Teil eines Werkes 
1. Band, Camelien : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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los im Stiche gelaſſen hatten. Marie wußte indeß zu meiner Beruhigung viel beizutragen; ſie vertraute mir ganz im Geheimen, ein paar köſtliche Schüſſeln auf⸗ gehoben und warm erhalten zu haben.

Himmliſches Kind, rief ich, ſie ſtürmiſch um⸗ armend,was ſteckt denn darin in den Schüſſeln?

Der ſüße Mund nannte lauter Leibgerichte.O Du ausgezeichnetes Mädchen, fuhr ich begeiſtert fort,der Himmel wird Dir Deine Tugenden nicht unbelohnt laſſen. Du bekömmſt den beſten Mann, darauf ver⸗ laß Dich.

Bald ſaß ich vor den geſegneten Herrlichkeiten und wirthſchaftete in den Schüſſeln, wie der Wolf in der Schafheerde. Auf Findeiſen konnt' ich unmöglich warten.

Ich war bei meinem Diner ſo vertieft, daß ich dem herrlichen Gewitter, welches indeß herauf gezogen und durch ſein Rumoren das ganze Haus in Allarm brachte, keine weitere Aufmerkſamkeit ſchenken konnte. Die Couſinen, welche voller Schrecken auf und ab liefen, überhäuften mich unermüdlichen Eſſer mit Vor⸗ würfen. Wenn's einſchlüge, trüge ich allein die Schuld. Ich langte mir ſpeben ein köſtliches Stück Rehbraten aus der Schüſſel, als die fromme Maria mich be⸗ ſchwor, der Sitte im väterlichen Hauſe getreu, bei dem Gewitter ein Kapitel aus der Bibel zu leſen; dann werde das Unwetter gewiß gnädiglich vorüber⸗ gehen.

Dazu war ich gerade aufgelegt. Ich ſchlug die

Bitte rund ab, ruhig weiter und war mit dem

Gewitter faſt zu gleicher Zeit zu Ende; jenes mit Donnern, ich mit Eſſen. 6