Teil eines Werkes 
1. Band, Camelien : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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mit der frohen Botſchaft von der Durchſicht zurick, daß die Venus bereits die Hälfte des Weges zurück⸗ gelegt habe. Es war auch Zeit, denn die Uhr zeigte gegen Drei. Halb geröſtet war ich bereits. Ehe ſich die Venus vollends heraus fand, war ich vollkommen gar. Ich konnte meinen Untergang mit mathematiſcher Genauigkeit berechnen. Immer hoffte ich, daß die Cou⸗ ſinen, die doch jetzt abgetafelt haben mußten, bei ihrem gewohnten Uebermuthe ein Mal heraufſtürmen und durch eine Diverſion unſern Beobachtungen eine erfreuliche Endſchaft angedeihen laſſen würden; ich wäre der Frei⸗ heitsſchaar um den Hals gefallen; aber Alles blieb todtenſtill. Vergebens lauſchte mein Ohr nach einem Donnergepolter auf der Bodentreppe.

Ich drückte meine Verwunderung gegen Findeiſen aus, daß ſich die Mädchen ſo ruhig verhielten und nicht ein Mal von der Neugier heraufgetrieben würden.

Unbeſorgt, mein Lieber, tröſtete dieſer,wir ſind vollkommen ſicher; ich habe einen doppelten Riegel vor die unterſte Bodenthür geſchoben, kein Sterblicher ſoll uns ſtören. So war denn auch dieſe Hoffnung da⸗ hin. Ich verſank in jene dumpfe Gefühllofigkeit, die dem nahen Tode unmittelbar voran geht.

Endlich ſchlug's drei Uhr. Der Aſtronom beob⸗ achtete und docirte ununterbrochen. Ich berathſchlagte eben, ob es nicht vortheilhafter geweſen wäre, wenn ich auf die Gunſt und das Stipendium meines Pro⸗ tectors verzichtet und mit den Cvuſinen dinirt hätte, als hier auf dieſem Obſervatorium wie ein Hexen⸗ meiſter lebendigen Leibes verbrannt zu werden; da ward Findeiſen plötzlich unruhig und begann unwillig zu murmeln.

Was murmeln Sie, verehrter Freund? frug ich mit ſterbender Stimme.