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aus einem Kaſten einen Tubus hervor, der in zehn⸗ fachen Papieren und dreifachem Futterale ſtak.
„Hier iſt das Meiſterſtück,“ begann er,„von dem ich vorhin ſprach, ein ächter Frauenhofer.“
Das war alſo der Wildpretsbraten, das fricaſſirte Spanferkel! Wie ſich menſchliche Vermuthung doch täuſchen kann. Findeiſen ſuchte jetzt nach einem Brenn⸗ glaſe, um die Oellampe anzuzünden, vermittelſt wel⸗ cher der Frauenhofer geſchwärzt werden ſollte. Ein Brennglas ſchien mir diesmal ganz überflüſſig. Nach meiner Berechnung brauchte es gar nicht lange, und mein Frack, oder vielmehr des Barons Frack, ſtand in lichten Flammen; das war ja eine niederträchtige Hitze. Es ward mir immer klarer, daß mein jüngſter Tag gekommen. Die Sündfluth in Lindenthal hatt' ich glücklich überſtanden; jetzt ſtand ich bereits in der Feuerprobe. Mein Frack war ſchon ſichtbar bräuner geworden; und wenn ich auch ſo glücklich, mit dem Leben und dem Sonnenſtiche davon zu kommen, war's doch um meinen europäiſchen Teint geſchehen. Ge⸗ langte ich ja nach vollbrachtem Durchmarſch der Venus noch zum Diner, guckt' ich unbeſtritten als Mulatte, wenn nicht gar als Mohr, in dig Suppe.
Jetzt begannen die mathematiſchen Einleitungen Herrn Findeiſen's. Ich mußte ruhig zuhören, oben im Sonnenbrande, während das verwünſchte Mädchen⸗ volk unter meinen Füßen luſtig die kalte Schale im Schatten löffelte. Der Frauenhofer ward gerichtet. Die Zeit war da, wo Frau Venus erſcheinen ſollte; aber wie alle ihres Geſchlechts, hatte ſie ſich in der Toilette verſpätigt und kam eine Viertelſtunde ſpäter. Dieſes Außenbleiben gab meinem Freunde wieder hin⸗ länglich Stoff zu der gelehrteſten Auseinanderſetzung. Ich ſah unterdeß von Zeit zu Zeit durch das


