Teil eines Werkes 
1. Band, Camelien : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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ich als Opferlamm zum Obſervatorium, das ſich der Aſtronom auf dem Giebel ſeines Daches eigends er⸗ baut hatte. Der Weg ging bei der Küche vorbei, aus welcher reizender Bratenduft hervorquoll, alsdann bei'm Eßzimmer. Die Couſinen trippelten bereits roſenlau⸗ nig und trällernd darin umher. Die hatten gut ſingen. Mir war's, als ſollt' ich auf immer von den irdiſchen Herrlichkeiten, den dampfenden Schüſſeln, den geſeg⸗ neten Flaſchen Abſchied nehmen. Zwei Stunden brauchte die Venus, ehe ſie durch die Sonne kam. Hatte Find⸗ eiſen nicht ſo geſagt? Das war ja eine Ewigkeit. Mein Magen war von je ein ordnungsliebender Mann, wenn der nicht zur gewohnten Stunde ſein Deputat erhielt, war kein Auskommen mit ihm. Darum hatt' ich mich ſchon auf der Schule vor dem Cariren weit mehr als vor dem Carzer gefürchtet.

Aber, ſprach Herr Findeiſen, als wir hinter einander zum Oberboden empor kletterten,das müſſen Sie geſtehen, Sie ſind ein Glückskind! Sie hätten bei'm Kuckuk die außerordentliche Erſcheinung verpaßt, wär' ich nicht dazu gekommen.

Nun auch ein Glückskind! Die Sache ward or⸗ dentlich humoriſtiſch; ich lachte wie ein Verdammter; die Umſtände waren darnach. Faſt drei Menſchenalter hatte die Venus Zeit und Muße, durch die Sonne zu marſchiren, nein, das Weib wartet, bis ich mich als hungriger Wolf eben zu Tiſche ſetzen will. Es war zum Raſendwerden.

Endlich langten wir auf der Plattform des Ob⸗ ſervatoriums an. Nun, das war eine angenehme Wärme. Der Sonnengott, dem die Venus auf den Leib rückte, brannte zehn Mal ärger als ſonſt.Wenn ich diesmal nicht den Sonnenſtich bekomme, ſprach ich zu mir, bekomme ich ihn niemals. Herr Findeiſen kramte jetzt