Teil eines Werkes 
1. Band, Camelien : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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Endlich hatte Herrn Findeiſen's Haushälterin Rath geſchafft und brachte einen neuen Rock zum Vorſchein. Ich häutete mich zum dritten Male. Das war nun der vierte Rock auf dieſer fluchwürdigen Fahrt. Aber ich wandelte darin wie im Himmel, ſo leicht kam er mir vor. Die gelbe Schlangenhaut ward durch einen Eppreſſen in den goldenen Wallfiſch zurück befördert.

Mir ward wieder etwas wohler. Ich hielt es end⸗ lich für gerathener, ſelbſt über mein namenloſes Malheur zu lachen, denn blieb ich ernſt, war mit den Mädchen kein Auskommen. Mit geheimem Wohlbehagen ver⸗ ſpürte ich bald wohlthätigen Bratenduft, der von der Küche des Herrnhauſes daher wehte. Ich hatte einen verſtohlenen Blick in das Eßzimmer gethan, da ſtand eine Tafel prächtig ſervirt, rothe und blanke Wein⸗ flaſchen, eine appetitliche und erquickliche Ausſicht; o mir ward wieder groß und frei; und es war kein Wunder, ich hatte raſenden Appetit. Gern hätt' ich auf der Stelle eingehauen; aber die Rückkehr Herrn Findeiſens mußte ſchicklicher Weiſe abgewartet werden.

Durchgang der Venus durch die Sonne.

Endlich langte der Heißerſehnte nebſt Rappen und Frack wohlbehalten an. Mir war bange, ich ſah im Geiſt einen neuen Lachſturm hereinbrechen; aber Herr Findeiſen war, Gott ſei Dank, ein wiſſenſchaftlich gebildeter Mann, der auf das Gekicker des Frauen⸗ volkes nichts gab; er war zu verſtändig, um nicht einzuſehen, daß ſolch' Malheur jedem ehrlichen Manne und Mädchenhüter begegnen könnte. Er umarmte mich herzlich, freute ſich, meine perſönliche Bekanntſchaft zu machen und mir fielen zwei Steine auf ein Mal vom Herzen. Erſtens konnt' es zu Tiſche gehen, und zwei⸗