Teil eines Werkes 
1. Band, Camelien : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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ſten Tage auf längere Zeit wiederzukommen, entließ uns der gaſtliche Wirth.

Der Weg führte in langen Krümmungen allmälig Bergabwärts. Die Waldregion lag hinter uns. Die Vegetation wurde üppiger, einſame Schlüſſelblumen blüthen wieder am Wege.

Wie zu erwarten ſtand, war das traurige Geſchick der Familie Riſſon faſt der alleinige Gegenſtand un⸗ ſeres Geſprächs. Der Italiener erzählte noch meh⸗ rere Beiſpiele ähnlicher Erbkrankheiten aus ſeinem Vaterlande. Er theilte ſo intereſſante Aufſchlüſſe darüber mit, daß mir die Zeit auf das Schnellſte ent⸗ floh, und wir uns, ehe ich mir's verſah, mitten im Frühlinge befanden.

Ich ſchaute rückwärts, da waren die Berge, die wir verlaſſen, weit in blaue, nebelhafte Ferne zurück⸗ gewichen. Wir traten in einen ſchönen Buchenwald, zur Rechten und Linken ſchmetterten die Finken und Grasmücken, Eichhörnchen ſprangen über den Weg, und hier und da ward Freund Lampe aus ſeiner Ruhe geſtört. Allmälig wurden die durch den Wald gehauenen Gänge regelmäßiger, es bildeten ſich Alleen, und plötzlich befanden wir uns in einem herrlichen und in ſauberſter Ordnung gehaltenen Parke.

„Wo ſind wir?“ fragte ich und ſchaute verwun⸗ dert um mich.

„Im Parke von Lindenthal,“ antwortete mein Begleiter.

„Lindenthal!“ rief ich und meine Bruſt krampfte unwillkürlich zuſammen.

Wir ſchritten ſtill die ſauber gekehrten, mit röth⸗ lichem Sande beſtreuten und mit friſchgrünem Buſch⸗ werk bewachſenen Gänge dahin. Hier und da fiel der Blick durch die Baumwände und Hecken auf blu⸗