Teil eines Werkes 
1. Band, Camelien : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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ſten aus Italien kommen, bat mich mit thränenden Augen, ihm ſein letztes Kind, ſeine Valerie, zu retten: aber das Uebel, wie die zahlreichen Beiſpiele lehren, ſcheint ſeine Wurzeln zu tief geſchlagen zu haben, als daß es von einem ſterblichen Auge und Geiße zu er⸗ kennen wäre; und ſo dürfte auch mir es nicht gelin⸗ gen, den letzten Engel dem Himmel vorzuenthalten. Ich vermochte kein Wort zu ſprechen, der Doctor fuhr fort:Zwar habe ich die reine Landluft ver⸗ ordnet, und gibt es ein Mittel, deſſen wunderthätige Heilkraft mir ſchon oft in ähnlichen Fällen weſent⸗ liche Dienſte geleiſtet, ſo ſind es jene Mimoſen, welche die Natur im rauhen Gebirge an ſchroffer Felſenwand in ſparſamer Laune hervorbringt, und wonach ich be reits ſeit mehreren Tagen in den Bergen umherwan⸗ dere; doch zweifle ich auch an dieſem Mittel. Entſetzlich! rief ich nach einer Pauſe,und weiß Valerie von ihrem nahen Tode? O, bewahre, erwiederte der Arzt,es wäre ja grauſam, dem Mädchen den ſo kurzen Frühling zu vergiften. Valerie hat ihre Schweſtern nie gekannt; um ſie vor dem Uebel möglichſt zu bewahren, ward ſie bereits als zartes Kind aus dem elterlichen Hauſe entfernt und, unbekannt mit ihrem und der Ihrigen

Geſchick, unter ſorgſamſter Pflege auferzogen.

Ich ſchaute wie träumend durch das Fenſter, ein ſeltſames Weh hatte ſich meines ganzen Weſens be⸗ mächtigt. Da trat Morgenſtern mit neuen Wein⸗ flaſchen in's Zimmer.

Jetzt etwas ganz Feines, ſprach er geſchäftig, die Flaſchen entkorkend; wir aber konnten diesmal nicht Beſcheid thun, die Zeit mahnte zum Aufbruch Nur unter den feierlichſten Betheuerungen, die näch⸗