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ſterten. Allmälig ward ich munter, ſprang aus dem Bett und ſchaute aus dem Fenſter. Da ſtanden unten im Blumengärtchen die dunkeln Geſtalten der Mufiker. Noch ſchlief das Morgenroth hinter den Bergen. Es war kaum vier Uhr. Ich ahnte jetzt, daß Joſeph mir dieſe Freude gemacht habe, eilte nun in's warme Bett zurück und lauſchte in ſtiller Wonne dem mit ſeltener Reinheit vorgetragenen Muſikſtücke. Nach dem Chorale ſpielten ſie das ſchöne Duett aus Jeſſonda: „Laß uns dahin, dahin ziehen.“ Hierauf aus der Euryanthe:„Im Mai, im Mai ꝛc.“ Wahrhaftig, Joſeph konnte mir zum erſten Mai keine ſchönere Freude bereiten. Was iſt Muſik im glänzenden Opern⸗ hauſe, im kerzenflammenden Concertſaale gegen dieſe wenigen Clarinetten und Hörner im freien Gottes⸗ ſaale am erſten Maimorgen! Wie himmliſch klangen die Nachtigallträume Bellini's in den immer röther werdenden Morgen! Den ganzen Tag lebte ich in den ſüßen Melodien.
Den 2. Mai. Ich war geſtern durch einen ſanften Choral ge⸗ weckt worden, heute ertönte in aller Frühe Kanonen⸗ donner. Ich fuhr erſchrocken empor und ſchaute durch's Fenſter. Da ſtand Joſeph in höchſt eigener Perſon als Artilleriſt im Hofe und brannte Böller ab.„Was ſoll das bedeuten?“ fragte ich.—„Es iſt heut' der Jahrestag der lützener Schlacht,“ war die Antwort des alten Kriegers, und ich feiere alle Siege des Kaiſers. Den 4. Mai. Die Welt wird ſchöner mit jedem Tag, Man weiß nicht, was noch werden mag, Das Blühen will nicht enden. Es blüht das tiefſte fernſte Thal, Nun, arme Seele, vergiß der Qual— Nun muß ſich Alles, Alles wenden.


