führten, durch die ſtille von dem Dufte der zerquetſchten Kräuter ge⸗ ſchwängerte Waldluft auf dem einſamen Wege hinaus, der vor ihnen von ſo vielen Pferden und Menſchen betreten worden war.
Das Mittagsmahl hatte wirklich auf der Weide vor dem Jäger⸗ hauſe zu Vorderſtift ſtatt. Bei demſelben waren auch die Frauen zu⸗ gegen. Sie waren ſo eingetheilt, daß immer zwiſchen zwei Herren eine Frau oder ein Fräulein ſaß. Die angeſehenen Männer der Gegend, welche als geladene Schützen der Jagd beigewohnt hatten, waren auch zu dem Mahle geladen, und hatten ihre Frauen und Töchter bringen müſſen. Die ganze Geſellſchaft ſaß an zwei langen Tiſchen dahin. Ueber ihren Häuptern war ein roth und weiß geſtreiftes Tuch geſpannt. Zwiſchen den Pfeilern, welche das Tuch trugen, waren die Räume hie und da frei, hie und da aber mit feinem faſt durchſichtigem Gewebe beſpannt. Auf den Tafeln ſtanden die Speiſen, ſtanden die feinen Gläſer mit den Wei⸗ nen, und ſtanden in ſchönen Geſchirren die wenigen Blumen der Gärten und Felder, die man in dieſer Jahreszeit noch hatte auftreiben können. Rings herum waren auch noch allerlei andere Geräthe, namentlich Körbe, die die Herren von der Ferne mitgebracht hatten, und aus denen die Diener, welche aufwarteten und Speiſen trugen, koſtbare Gebäcke und andere Dinge auspackten. Das Volk ſtand in großer Menge und dicht um das linnene Gebäude der Speiſenden herum, und ſah zu. Man hatte von den großen Fäſſern mit Wein, welche herbei gebracht worden waren und im Graſe lagen, auch den Gebrauch gemacht, daß man die Flüſſigkeit in großen Krügen herabließ, und dem Volke, wenn es wollte, einen Will⸗ kommenstrunk gab. Es waren deßhalb eine Menge Gläſer und Krüglein vorhanden. Auch war auf mehreren Tiſchen auf dem Raume der Weide Braten und anderes Speiſengemiſche zur Bewirthung aufgeſtellt. Die Armen und auch Andere, welche ſich nicht ſcheuten, gingen hinzu, ließen es ſich ſchmecken und tranken von dem Weine. Die aber, welche das nicht thun wollten, begaben ſich zu dem Schmied in Vorderſtift, deſſen Sohn zu dieſer Gelegenheit große Vorräthe von Bier, Wein und Spei⸗ ſen auf ſeine Wieſe hatte bringen laſſen, hielten dort gegen Bezahlung ihr Mittagmahl, und begaben ſich wieder zum Anſchauen des Feſtes. Das Feſt aber dauerte bis in die Nacht. Da es dunkel wurde, ließ man gläſerne Ballen kommen, in denen Lichter brannten, die auf die Tiſche geſtellt wurden und eine überraſchende Wirkung hervor brachten. Drau⸗


