Teil eines Werkes 
3. Band (1855)
Entstehung
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oberen Anſpaches bretterne Hütten aufgeſchlagen worden, aus denen am ganzen Tage und einen Theil der Nacht hindurch Zechen und Jubeln ver⸗ nommen wurde.

Der Tag verging ohne beſonderes Ereigniß, außer daß die Ober⸗ planer in Angſt und Beſorgniß waren, dem Küchen⸗ und Kellermeiſter alles Erforderliche auszuliefern, und es den hohen Herrſchaften recht zu Danke zu machen.

Am nächſten Tage war bloß die Jagdmeſſe. Das Kirchlein zum gu⸗ ten Waſſer war mit Menſchen angefüllt. In den Stühlen, zu denen man noch vorne mehrere mit Tuch ausgeſchlagene gefügt hatte, ſaßen die Her⸗ ren und Frauen. Weiter rückwärts befanden ſich die Bewohner der Ge⸗ gend und Alle, die von Ferne herbei gekommen waren. Sie ſangen zu den Tönen der Orgel das ſchöne Marienlied, das man einſt eigens für dieſe Kirche gedichtet hatte, und das ſie Alle kannten. Am Nachmittage begaben ſich die Herren nach Vorderſtift, um im Jägerhauſe zu über⸗ nachten, und dem Jagdſchauplatze näher zu ſein.

Am Tage, der nun folgte, ſollte das große Netzjagen ſein.

Die Bewohner der Gegend waren äußerſt begierig darauf.

Schon vor Anbruch des Taglichtes gingen die Gruppen auf verſchie⸗ denen Wegen und in gedämpften Geſprächen dem Stegwalde zu. Sie ergötzten ſich ſchon in Vornhinein an den Dingen, die kommen ſollten. Das Wild, hieß es, ſei ſchon alles in dem Netzraume eingeſchloſſen. Es ſollen Hirſche dabei ſein, Haſen, Rehe, auch Dachſe, Füchſe, Marder und vieles dergleichen, ein Luchs ſoll zugegen ſein und manches ſeltene Thier. Ob ein Bär eingegangen ſei, wiſſe man nicht genau, aber gewiß ſei auch einer darunter. Die ganze Sache ſei ſehr künſtlich. Der Jagdraum, in welchem ſich Geſträuche, hohe Bäume, Steine und ſelbſt Klüfte befinden, ſei in einem großen Kreiſe von den ſtärkſten Stricknetzen umfangen, die in eiſernen Ringen an gehauenen Bäumen befeſtiget wären. Innerhalb der Netze ſeien Tücher geſpannt, daß Alles hübſcher ausſähe. Außerhalb der⸗ ſelben befänden ſich die Schießſtände der Herren, und gleich hinter denen ſeien die Bühnen für die Zuſchauer; denn die Herren hätten es ſelber gerne, wenn viele Zuſchauer kämen und ihre Kunſt bewunderten. Um die Thiere in den Raum zu bringen, ſeien Wege angelegt worden, näm⸗ lich Räume, an welchen zu beiden Seiten Netze empor geſpannt wären; dieſe Räume wären zuerſt ſehr weit, würden immer enger und mündeten