Teil eines Werkes 
3. Band (1855)
Entstehung
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Am Tage vorher trafen Diener, Pferde und Troß ein.

Als am andern Morgen die Sonne aufgegangen war, und ein recht heiterer funkelnder Herbſthimmel über der Gegend ſtand, war ſchon Alles in Bereitſchaft. Um zehn Uhr, als auf dem Thurme das Zeichen gegeben wurde, daß ſie kommen, ſah man es auf der Straße von Honetſchlag her durch den Staub von Pferden und Wagen blitzen, und als eine Viertel⸗ ſtunde vergangen war, fuhren ſie bei der oberen Gaſſe herein. Sie fuh⸗ ren dann über das Steinbrückchen des heiligen Johannes, und hielten auf der Gaſſe vor dem Pfarrhofe und der Schule an, wo der Pfarrer, dann der Schulmeiſter mit weiß gekleideten Mädchen und geputzten Bu⸗ ben und die Obrigkeiten ſtanden. Es war eine ganze Reihe von Wägen. Männer und Frauen ſaßen darinnen. Die Frauen waren nicht geſchmückt, ſie waren kaum geputzt. Sie hatten nicht einmal Reiftöcke an, ſondern nur ein ſchlichtes einfach hinab fallendes Jägerkleid. An den Männern war auch nicht zu erkennen, ob ſie in Feierkleidern ſeien oder nicht; ſie hatten ſämmtlich Mäntel um; denn es war kühl, und am Morgen war ein ſchneeweißer Reif über alle Wieſen geweſen. Sie hatten Alle unge⸗ puderte Haare, weil ſie nicht im Amte oder in einer feſtlichen Geſellſchaft, ſondern nur auf einer Reiſe begriffen waren. Nur zwei alte Männer hatten ſchön gelockte Perücken mit blüthenweißem Staube darauf. Im erſten Wagen ſaß der Grundherr, ſeine Frau und ſein Sohn. Die Bu⸗ ben hatten ein klingendes Lebehoch gerufen, und die Forſtmeiſter, Revier⸗ jäger, Heger und Holzmeiſter des Herrn ſtanden in Ordnung da. Die Mädchen warfen grüne Zweige unter die Räder des Wagens. Der Pfarrer trat hervor, und grüßte den Herrn in einer Rede. Deßgleichen thaten die Richter und Geſchwornen. Als der Herr Allen gedankt hatte, als er mit dem Förſter von Vorderſtift, in deſſen Reviere der erſte Jagd⸗ platz lag, geſprochen hatte, als er ſich beſonders ſreundlich gegen den Schulmeiſter und die weißen Mädchen verneigt hatte, und der gelüſtete Hut wieder auf ſeinem Haupte ſaß: fuhren ſie weiter. Man fuhr zu dem Rathhauſe, in welchem dem Grundherrn für die Dauer der Feſte ſeine Wohnung war zubereitet worden. Er ſtieg aus, und ging mit den Seinigen in ſeine Zimmer. Alle Mitgekommenen ſtiegen ebenfalls aus ihren Wägen, um ſich in ihre bereit gehaltenen Wohnungen zu verfügen, und ſich zu den Feſten vorzubereiten. Für die Diener und Pferde waren an einer Straße, die der Minnegraben hieß, und auf der Weide des