Teil eines Werkes 
3. Band (1855)
Entstehung
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endlich mit einer Oeffnung in den Jagdraum. Da, wo dieſe Oeffnung ſei, befinde ſich eine Netzthür, die man ſehr ſchnell von dem Boden empor ziehen und befeſtigen könne, damit das Wild, wenn es einmal in den Kreis eingegangen ſei, nicht mehr hinaus zu kommen vermöge. Durch zehn Tage habe man ſchon das Wild gegen den Stegwald zuſammen trei⸗ ben laſſen. Es ſeien Jäger, Heger und Treiber verwendet worden, und hätten auf der einen Seite gar bei dem Schloſſe Sanct Thomas und dem Jungwalde angefangen, den Forſt zu durchſtreifen, und auf der andern vom Almwalde und dem Hochficht, um die Thiere gegen den Stegwald zu drängen. Damit die Herren zu ihren Schießſtätten könnten, ſei von der Glökelberger Straße aus ein Weg mitten durch den grünen Wald an⸗ gelegt worden, auf dem man gehen, reiten und fahren könne.

So erzählten ſich die Leute und gingen fort. Sie fanden den Weg, der in den Wald hinein gemacht worden war, und gelangten zu dem Jagdraume.

Lange bevor der Tag angebrochen war, waren ſchon alle Zuſchauer⸗ räume dicht mit Menſchen beſetzt.

Nach Aufgang der Sonne kamen auch die Herren, und ſtiegen zu ihren Bühnen empor. Jeder hatte einen geräumigen Platz, auf dem ein Geſtelle angebracht war, an welchem die glänzenden Jagdbüchſen lehn⸗ ten. Jeder hatte auch zwei Diener hinter ſich, die beſtändig laden und die Gewehre darreichen ſollten. Heute waren die Herren alle im vollen Putze und hatten die Mäntel in den Wägen, in denen ſie gegen den Wald gekommen waren, liegen gelaſſen. An den Weſten und Röcken hatten ſie goldene Borden, und Alle hatten kleine mit Gold ausgelegte Hirſchfänger an den Schößen, ſie trugen ſämmtlich gepuderte Haare und darauf einen dreieckigen Hut. Die meiſten waren in Tannengrün ge⸗ kleidet, und nur einige hatten auch Kleidertheile von hochgelbem Leder⸗ ſtoffe. Wo nicht Borden waren, war häufig ſchöne Stickerei auf den Gewändern, und die Troddeln des auf die Weſte herab gehenden Hals⸗ tuches hatten goldene Franſen.

Von den Frauen und Mädchen, die zu den Herren gehörten, war keine einzige zugegen, nicht einmal die, die doch in Jägerkleidern nach Oberplan gekommen waren. Der Schulmeiſter von Oberplan ſagte, die Frauen dürften wohl Jägerkleider anhaben, aber nicht jagen; die Sitte erlaube nicht einmal, daß die Frauen bei dem Tödten der Thiere zugegen