Teil eines Werkes 
3. Band (1855)
Entstehung
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halten, und dann dürfen ſie zu ihren Eltern nach Hauſe zurückkehren. Zum Tiſche des Herrn dürfen ſie nach der erſten Beichte noch nicht gehen, weil dazu eine ſehr große Würdigkeit gehört, die ſie nur den Eltern und erwachſenen Leuten zuſchreiben. Nach dem Eſſen gehen ſie, wenn es ſchön iſt, auf den Kreuzberg. Wie ſie bei der Beichte allein waren, ſo dürfen nun auch ſchon andere Menſchen mitgehen, meiſtens Eltern und Verwandte. Beſonders geſellen ſich gerne alte Mütterlein hinzu, die ebenfalls geputzt neben den Kindern gehen, ſie zur Andacht ermahnen und ihnen heilige Geſchichten etzählen. Man betet in dem Kirchlein, man geht auf dem Berge herum, und gegen Abend begeben ſie ſich wie⸗ der nach Hauſe. So kann dieſer Tag, der der merkwürdigſte ihres Le⸗ bens iſt, nach und nach ausklingen, und es können ſich wieder die andern gewöhnlichen anſchließen. Einen ſolchen erſten Beichttag hatte auch Hanna, das Kind des Weibes in dem weißen Häuschen. Das Mädchen war vorbereitet und würdig befunden worden. Am Morgen führte es die Mutter auf dem ebenen Wege, der von Pichlern nach Oberplan geht, hinüber. Viele andere Menſchen hatten ihre Kinder auch dahin geführt. Unter der dich⸗ ten geputzten Schaar, die ſich vor dem Pfarrhauſe verſammelt hatte, ſtand nun auch Hanna, und aus dem groben Kleide ſah das feine Ange⸗ ſichtchen und die blauen Aederchen heraus. Allen Mädchen waren ihre Haare von den Eltern ſtraff zurück gekämmt worden, und es war Puder auf dieſelben geſtreut, damit ſie ſchön wären, und in der feſtlich weißen Farbe da ſtünden. Nur Hanna's Haare waren dunkel geblieben, weil ihre Mutter keinen Puder zu kaufen vermochte. An die Hüften des Un⸗ terkleides hatte ſie ihr zwei kleine feſte längliche Puffchen angenäht, daß das darüber angelegte Röckchen doch ein wenig wegſtehe, und einen Reif⸗ rock mache, wie er von den andern ſo ſchön wegragte, gleichſam ein falten⸗ reiches ſanft hinab gebogenes Rädchen. Als die Kinder in den Pfarrhof hinein gegangen waren, begab ſich die Mutter wieder nach Pichlern zurück. Da die Beichte aus war, ging Hanna auf dem ebenen Feldwege nach Hauſe. Nach dem Eſſen ging ſie abermals nach Oberplan, und ging mit einer Schaar von Mädchen, bei denen auch keine Eltern waren, auf den Berg. Die Kinder gingen zuerſt in das Kirchlein zum Gebete, wo ſie in den ſonnenhellen Bänken kaum mit den Häuptern hervorragten. Dann gingen ſie auf den höheren Theil des Berges empor und ſuchten