Teil eines Werkes 
3. Band (1855)
Entstehung
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große unverholene Freude, und ich entzückte mich an der Wärme des Empfanges.

„Kommt herein, kommt herein,“ ſagte die Mutter.

Sie führten mich in eine Aut Geſellſchaftszimmer, das früher nicht ſo geweſen war, und an das die Zimmer Camilla's ſtießen. Aber bei der offenen Thür hinein ſehend, ſah ich nicht die Geigengeräthe und die Ein⸗ richtung Camilla's, ſondern Rikar's Tiſch, ſein Sopha, und aus dem ferneren Zimmer heraus blickend ſein Bett, wie er Alles früher in dem Gemache gehabt hatte, in dem ich bei meiner erſten Ankunft mit ihm zu Abend gegeſſen hatte. Als wir uns niedergeſetzt hatten, und ſie mein Befremden bemerkten, ſagte die Mutter:„NRicht wahr, da haben ſich Veränderungen begeben, und Ihr vermißt etwas? Camilla hat uns ver⸗ laſſen, ſie iſt jetzt unſere Nachbarin auf dem Gute Alfred's, und iſt mit allen ihren Sachen dahin gezogen. Rikar iſt zu mir gekommen, und ſo leben wir jetzt in unſerem Alter wieder in gegenſeitigem Beiſtande, wie wir in der Jugend gelebt hatten.“

Als ich meinen Beifall zu dieſer Veränderung ausgeſprochen hatte, ſagte ſie:„Ja, es hat ſich bei uns Vieles und ſehr zum Guten geändert. Die jungen Eheleute leben ſehr glücklich— wir müſſen ſie einmal be⸗ ſuchen— und auch bei uns haben ſich ſehr angenehme und ſehr zweck⸗ mäßige Veränderungen ergeben.“

Nachdem ſie mir noch vielfach ihre Freude ausgedrückt hatten, daß ich gekommen ſei, nachdem wir von verſchiedenen Dingen, namentlich von unſeren Erlebniſſen während der zwei Jahre geſprochen hatten, und die Mutter noch Manches von den jungen Leuten erzählt hatte, führte mich Rikar in ſein Schreibzimmer, und zeigte mir die zwei Wouvermann, die er dort aufgehängt hatte. Ueber dem Schreibtiſche hing ein kleines Bildniß von Guido, das ihm Maria zum Geburtstage gegeben hatte. Die Mutter zeigte mir meine Bände auf dem Ehrenplatze in ihter Bücher⸗ ſammlung.

Als wir in den Garten hinunter gegangen waren, und ich Alles, was in der Zeit geſchehen war, beſah, führte mich Maria zu dem Platze, wo meine Blumen ſtanden. Sie waren in dem vortrefflichſten Zuſtande. Die Hiacinthen waren längſt verblüht, aber ſie ſtanden allein in einem eigenen Beete beiſammen.

Am andern Tage führte mich Maria zu ihren neuen Feldern hinaus.