Teil eines Werkes 
3. Band (1855)
Entstehung
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hatte meinen Willen darauf geſetzt, genau denſelben Weg zu gehen, den ich vor zwei Jahren gegangen war.

Als der Morgen herauf gekommen war, als die Sonne ſich über die Berge erhoben hatte, und ihr Licht über die wunderſchöne Oede dieſer Landſchaft ausgegoſſen hatte, kamen wir an dem Geröllſtrome und an dem Höllwäſſerlein an. Dieſes Mal waren weder die Fiſcher noch der Ziegenknabe anweſend, ſondern die Gegend war völlig menſchenleer.

Ich gab Gerardo ſeinen Lohn, hieß ihn zurückfahren, und ſtieg gegen die Schlucht empor. Ich ſprach auch ein wenig bei dem alten Hie⸗ ronimus ein, und plauderte ein Weilchen mit ihm. Dann ging ich den Felſenweg bis zu dem ſchwarzen Steine, an dem dieſes Mal auch Nie⸗ mand ſaß. Als ich in das Seitenthal einbiegend die grünen Bäume ſah, und aus ihnen das weiße Haus Rikar's hervor ſchimmerte, klopfte mir das Herz, und ich verdoppelte die Schritte. Da ich näher kam, hatte ich eine Ueberraſchung: alle großen Steine waren aus den Gemüſebeeten fort, und jenſeits des Hauſes bis zu dem Rauche hin, wo die Erden ge⸗ brannt werden, wogte eine luſtige junge und ſehr grüne Saat.

Ich ging durch den Garten, und als ich mich dem Hauſe näherte, ſprang Maria in ihren kurzen Kleidern und mit dem Strohhute auf dem Haupte die Stufen von der Halle herab, und grüßte mich. Hatte ſie mich nun kommen geſehen, oder war ſie eben zufällig im Begriffe, heraus zu gehen.

„Seien Sie gegrüßt,“ rief ſie,„ſeien Sie gegrüßt, das iſt ſehr ſchön, daß Sie kommen.“

Sie faßte mich an der Hand, und führte mich in das Haus.

„Kommen Sie, kommen Sie,“ ſagte ſie.

Sie führte mich die Treppe empor, ſie führte mich an ihren und an des Vaters Zimmern vorbei, und gerade auf die der Mutter und Camil⸗ la's zu. Als wir eingetreten waren, als wir das Vorzimmer zurückgelegt hatten, und ſie die Thür in das erſte Zimmer öffnete, rief ſie:„Vater, Mutter, wen bringe ich da?!“

Die Mutter kam uns aus dem nächſten Zimmer entgegen, und der Vater ſchritt aus einem weiteren heraus.

„Ach, das iſt ſchön, das iſt ſchön!“ riefen ſie faſt gleichzeitig.

Die Mutter reichte mir die Hand, der Vater umarmte mich und drückte mir wiederholt die Hände. Es war von beiden Seiten eine