Teil eines Werkes 
3. Band (1855)
Entstehung
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und Deine Mutter ſind freilich geſtorben; aber das iſt ſchon lange her, daß Du ſie kaum gekannt haſt. Dafür haſt Du eine andere Mutter ge⸗ funden, die Dich ſo liebt, wie eine wahre und Du haſt ja zeither keine Klage wegen der Verſtorbenen gethan. Daß wir jetzt ſcheiden müſſen, iſt ſehr, ſehr traurig; aber verſündige Dich nicht an Gott, Victor, der uns die Prüfung auferlegt hat. Trage ſie ohne Murren ich trug ſie auch ſchon den ganzen Tag her, und murrte nicht; ich hätte ſie auch getragen, wenn Du gar nicht mehr zu mir gekommen wäreſt, um mit mir zu reden.

O Hanna, Hanna!

Und wenn Du auch fort biſt, werden wir ſorgen, was wir Dir ſchicken ſollen, wir werden für Dich beten und ich werde alle Tage in den Garten gehen, und auf die Berge ſchauen, über die Du fort gegan⸗ gen biſt.

Nein, thue es nicht; ſonſt wäre es gar zu kläglich.

Warum denn?

Weil doch alles nichts hilft und weil es nicht das allein iſt, daß ich ſcheiden muß und daß wir uns trennen müſſen.

Was iſt denn?

Daß alles vorüber iſt, und daß ich der einſamſte Menſch auf Er⸗ den bin.

Aber Victor, Victor.

Ich werde nie heirathen es kann nicht ſein es wird nicht möglich werden. Du ſiehſt alſo, ich werde keine Heimath haben, ich ge⸗ höre Niemanden an; die Andern werden mich vergeſſen und es iſt gut. Begreifſt Du es? Ich habe es nie gewußt, aber jetzt iſt es ganz klar ganz klar. Siehſt Du es nicht? Warum ſchweigſt Du denn plötzlich, Hanna?

Victor!

Was, Hanna?

Dachteſt Du ſchon?

Ich dachte.

Nun?

Nun nun es iſt ja alles vergeblich, alles umſonſt.

Bleibe ihr treu, Victor!

Ewig, ewig; aber es iſt umſonſt.