„Das iſt das Buchenbrünnlein im Hirſchkar. Es wachſen gute Brombeeren herum, ich weiß den Platz recht gut, und werde ihn Dir morgen zeigen, wenn Du willſt.“
„Morgen bin ich ja nicht mehr da, Hanna.“
„Ach ſo, morgen biſt Du nicht mehr da. Ich meine immer, daß Du ſtets da ſein ſollſt.“
„Ach nein.—— Liebe Hanna, theile dieſe ſeidenen Flecke ab, ich will ſie Dir doch hinein tragen helfen.“
„Ich weiß nicht, wie Du heute biſt, Victor; die Dinge da ſind ja ſo leicht, daß ein Kind das Zehnfache davon zu tragen vermöchte.“
„Es iſt auch nicht wegen der Schwere, ſondern ich möchte ſie Dir nur tragen.“
„Nun ſo trage einen Theil, ich werde ſie gleich ordnen. Willſt Du ſchon in das Haus hinein gehen, ſo raffen wir ſchnell zuſammen, was noch da iſt, und gehen.“
„Nein, nein, ich will nicht hinein gehen— es iſt ja nicht ſo ſpät, ich möchte noch in dem Garten bleiben.—— Und das von der Börſe iſt es auch nicht allein, was ich Dir zu ſagen habe.“
„So ſprich, Victor, was iſt es denn?“
„Die vier Tauben, die ich bisher ernährt habe— ſie ſind fteilich nicht ſo ſchön, aber ſie erbarmen mir doch, wenn ſie nun Niemand pflegt.“
„Ich will ſorgen, Victor, ich will ihnen den Schlag am Morgen öffnen und am Abende ſchließen; ich will Sand ſtreuen und ihnen Futter geben.“
„Dann muß ich Dir noch für die viele Leinwand danken die ich mit bekomme.“
„Um Gottes willen, ich habe ſie Dir ja nicht gegeben, ſondern die Mutter— auch haben wir ja noch genug in unſern Schreinen, daß wir ihren Abgang nicht empfinden.“
„Das kleine ſilberne Käſtchen von meiner verſtorbenen Mutter, weißt Du, das wie ein Trühelchen ausſieht, mit der durchbrochenen Ar⸗ beit und dem kleinen Schlüſſelchen, das Dir immer ſo gefallen hat— das habe ich gar nicht eingepackt, weil ich es Dir zum Geſchenke da laſſe.“
„Nein, das iſt zu ſchön, das nehme ich nicht.“


