Teil eines Werkes 
3. Band (1855)
Entstehung
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Als der Jüngling in das Haus trat, ſah er, daß unterdeſſen Gäſte gekommen waren, nämlich der Vormund und ſeine Familie. Man hatte, wie es bei ſolchen Gelegenheiten oft geſchieht, Victor eine Ueberraſchung machen und nebſtbei einen Tag auf dem Lande zubringen wollen.

Du ſiehſt, mein lieber Mündel, ſagte der Vormund zu dem er⸗ ſtaunten Jünglinge,daß wir artig ſind. Wir wollen Dich heute noch einmal ſehen und ein Abſchiedsfeſt feiern. Du kannſt dann übermorgen, oder wann Deine Reiſeanſtalten fertig ſind, Deinen geraden Weg über die Berge wandern, ohne, wie wir verabredet haben, noch einmal die Stadt zu berühren, um von uns Abſchied zu nehmen. Genieße dann nur recht Deine wenigen noch übrigen Tage der Freiheit, bis Du in das Joch der harten Arbeit mußt.

Sei mir gegrüßt, mein Sohn, ſagte die Gattin des Vormunds, und küßte Victor, der ſich auf ihre Hand niederbeugen wollte, auf die Stirne.

Nicht wahr, das iſt ſchön geworden, wie es jetzt iſt? ſagte Ferdi⸗ nand, der Sohn, indem er dem Freunde die Hand ſchüttelte.

Roſina, die Tochter, welche ein wirklich recht ſchönes zwölfjähriges Mädchen war, ſtand ſeitwärts, ſah freundlich um ſich, und ſagte nichts.

Victor's Ziehmutter mußte um den bevorſtehenden Beſuch gewußt haben; denn der Tiſch war gerade für ſo viele Menſchen gedeckt, als da waren. Sie grüßte alle ſehr freundlich, als ſie herein kam, ordnete an, in welcher Reihe man an dem Tiſche ſitzen ſollte, und ſagte:Siehſt Du, Victor, wie Dich alle doch lieb haben.

Die Speiſen kamen und das Mahl begann.

Der Vormund und ſeine Gattin ſaßen oben an, neben Roſinen wurde Hanna, die Ziehſchweſter Victor's, geſetzt, den Mädchen gegenüber waren die Jünglinge, und ganz unten hatte ſich als Wirthin die Mutter hingeſetzt, die häufig aus und ein zu gehen und zu ſorgen hatte.

Man genoß die ländlichen Gerichte.

Der Vormund erzählte Reiſeabentheuer, die er ſelbſt erlebt hatte, da er noch in den Schulen war, er gab Regeln, wie man mit mäßigem Frohſinne die Welt genießen ſolle, und unterwies Victor, wie er ſich nun zunächſt zu benehmen habe. Die Gattin des Vormunds ſpielte auf eine künftige Braut an, und Ferdinand ſagte, er würde den Freund ſehr bald beſuchen, wenn derſelbe nur einmal in ſeinen Standort würde eingerückt

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