Teil eines Werkes 
3. Band (1855)
Entstehung
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war es mir, als hätte ich Dich wirklich unter dem Herzen getragen und ich hätte Dich ja eigentlich unter dieſem Herzen tragen ſollen; es war Gottes Wille, wenn es auch nachher anders geworden iſt ich werde Dir das erzählen, wenn Du älter geworden biſt. Und zuletzt, daß ich es ſage, um Gott und der Wahrheit die Ehre zu geben, Ihr werdet mir wohl beide gleich lieb ſein. Mit dem Gelde machen wir es ſo, Victor: man muß keinem Menſchen in ſeinem Gewiſſen Gewalt anthun, und ich dringe daher nicht mehr in Dich; laſſen wir das Geldanliegen bleiben, wo es jetzt liegt, ich werde eine Schrift verfertigen, daß es Dir und Hanna ausgefolgt werde, wenn ihr großjährig ſeid; dann könnt ihr es theilen, oder ſonſt darüber verfügen, wie ihr wollt. Iſt es Dir ſo recht, Victor?

Ja, dann kann ich ihr alles geben.

Laſſe das nur jetzt ruhen. Wenn die Zeit kömmt, wird ſich ſchon finden, was mit dem Gelde zu machen ſei. Ich will Dir noch auf das andere antworten, was Du geſagt haſt, Victor. Wenn ich Dir heimlich Gutes that, ſo that ich es auch Hanna. Die Mütter machen es ſchon ſo. Seit Du in unſer Haus gekommen biſt, iſt es beinahe, als wäre ein größerer Segen gekommen. Ich konnte für Hanna jährlich mehr er⸗ ſparen, als ſonſt. Die Sorge für zwei iſt geſchicktere und geübtere Sorge, und wo Gott für zwei zu ſegnen hat, ſegnet er oft ſür drei. O Victor! die Zeit iſt recht ſchnell vergangen, ſeit Du da biſt. Wenn ich ſo zurück denke an meine einſtige Jugend, ſo iſt es mir: wo ſind denn die Jahre hingekommen, und wie bin ich denn ſo alt geworden? Da iſt noch alles ſo ſchön, wie geſtern die Berge ſtehen noch, die Sonne ſtrahlt auf ſie herunter, und die Jahre ſind dahin, als wie ein Tag. Wenn Du Nachmittag, wie Du ſagſt, oder etwa morgen noch einmal in den Wald hinauf gehſt, ſo ſuche eine Stelle auf man könnte ſie von hier beinahe ſehen ſiehſt Du, dort oben in der Bergrinne, wo das Licht gleichſam über die grünen Buchen herab rieſelt. Die Stelle iſt für Dich bedeutſam. Es quillt ein Brünnlein hervor und fließt in die Bergrinne nieder, über das Brünnlein legt ſich ein breiter flacher Stein, und eine ſehr alte Buche ſteht dabei, welche unten einen langen Aſt aus⸗ ſtreckt, auf den man Tücher legen, oder einen Frauenhut aufhängen kann.