Teil eines Werkes 
3. Band (1855)
Entstehung
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auch thun; aber da dachte ich; er muß ſelber daran gehen, daß er es lernt.

Nein, Mutter, antwortete er,ich habe nichts übrig gelaſſen, ich bin ſchon ganz fertig.

So? ſagte die Mutter,laß ſehen.

Bei dieſen Worten griff ſie gegen ſein Stirne. Er neigte ſich ein wenig gegen ſie, ſie ſtreifte ihm eine Locke, die ſich bei der Arbeit nieder geſenkt hatte, weg, und ſagte:Du haſt Dich recht erhitzt.

Es iſt ſchon der Tag ſo warm, antwortete er.

Nein, nein, es iſt auch vom Arbeiten. Und wenn Du alles ge⸗ than haſt, ſo mußt Du heute und morgen ſchon in Deinen Reiſekleidern bleiben, und was wirſt Du denn da immer thun?

Ich gehe an dem Bache hinauf, an dem Buchengewände und ſo herum. Die Kleider behalte ich an. Aber ich bin wegen etwas andetem heraus gekommen, Mutter, und möchte gerne etwas ſagen, aber es wird Euch erzürnen.

So erſchrecke mich nicht, Kind, und rede. Willſt Du noch etwas? Geht noch irgend ein Ding ab?

Nein, es geht keines ab, eher iſt um eines zu viel. Ihr habt heute eine Rede gethan, Mutter, die mir gleich damals nicht zu Sinne wollte, und die ich nun doch nicht wieder aus demſelben bringe.

Welche Rede meinſt Du denn, Victor?

Ihr habt geſagt, daß Euch zu meinem Unterhalte ein Geld ange⸗ wieſen worden ſei, das Ihr alle Jahre empfangen ſolltet. Ihr habt geſagt, daß Ihr das Geld empfangen habt und ferner habt Ihr ge⸗ ſagt, daß Ihr das Geld für mich auf Zinſen angelegt, und allemal auch die Zinſen dazu gethan habt.

Ja, das habe ich geſagt, und das habe ich gethan.

Nun ſeht, Mutter, da ſagt mir mein Gewiſſen, daß es nicht recht ſei, wenn ich das Geld von Euch annehme, weil es mir nicht gebührt und da bin ich gekommen, um es Euch vorher liebet im Guten zu ſagen, als daß ich nachher das Geld ausſchlüge und Euch erzürnte. Seid Ihr böſe?

Nein, ich bin nicht böſe, ſagte ſie, indem ſie ihn mit freudeſtrah⸗ lenden Augen anſahaber ſei kein thörichtes Kind, Victor! Du ſiehſt wohl ein, daß ich Dich nicht des Gewinnes wegen in mein Haus