Teil eines Werkes 
3. Band (1855)
Entstehung
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und ſo habe ich gemeint, Du würdeſt etwa lange geſchlafen haben und erſt Nachmittags aus der Stadt herüber kommen.

Das war eine thörichte Meinung, Hanna. Werde ich denn bis in den Tag ſchlafen, oder bin ich denn ein Schwächling, der einen Spazier⸗ gang vom Tage inie durch Ruhe verwenden muß, oder iſt es etwa weit herüber, oder ſoll ich die Mittagshitze wählen?

Warum haſt Du denn geſtern gar nicht auf unſere Fenſter herüber geſchaut, Victor, da ihr vorbei ginget?

Weil wir Ferdinand's Geburtstag feierten, und nach Einverſtänd⸗ niß der Eltern den ganzen Tag für uns beſaßen. Deßwegen hatten wir keinen Vater, keine Mutter, noch ſonſt Jemanden, der uns etwas befeh⸗ len durfte. Darum war auch unſer Dorf blos der Ort, wo wir zu Mit⸗ tag eſſen wollten, weil es ſo ſchön iſt, weiter nichts. Verſtehſt D ues!

Nein; denn ich hätte doch herüber

Weil Du alles vermengſt, weil Du neugierig biſt und Dich nicht beherrſchen kannſt. Wo iſt denn die Mutter? ich habe etwas Noth⸗ wendiges zu ſagen: erſt war ich nur nicht gleich gefaßt, ſie mit mir redete, jetzt weiß ich aber ſchon, was ich antworten ſoll.

Sie iſt auf der Bleiche.

Da muß ich alſo hinüber gehen.

So gehe, Victor, ſagte das indem es ſich um die Ecke des Glashauſes herumwendete.

Victor ging ſofort, ohne ſonderlich auf ſie zu achten, gegen die ihm wohlbekannte Bleiche.

Es iſt hinter dem Garten ein Platz mit kurzem ſammtenen Graſe, auf welchem weithin in langen Streifen die Leinwand aufgeſpannt lag. Dort ſtand die Mutter und betrachtete den wirthlichen Schnee zu ihren Füßen. Zuweilen prüfte ſie die Stellen, ob ſie ſchon trocken ſeien, zu⸗ weilen befeſtigte ſie eine Schlupfe an dem Haken, mit dem das Linnen an den Boden geſpannt war, zuweilen hielt ſie die flache Hand wie ein Dächlein über die Augen und ſchaute in der Gegend herum.

Victor trat zu ihr.

Biſt Du ſchon fertig, ſagte ſie,oder haſt Du Dir etwas auf Nachmittag gelaſſen? Richt wahr, es iſt viel, wie wenig es auch aus⸗ ſieht. Du biſt heute weit gegangen, thue den Reſt nach dem Eſſen, oder morgen. Ich hätte geſtern alles ſelber packen können, und wollte es

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