Teil eines Werkes 
3. Band (1855)
Entstehung
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gefallen. Ich ſage das alles, Victor, weil Du bald fort gehſt. Du ſoll⸗ teſt Gott ſehr danken, mein Kind, daß Du die jungen Glieder und den geſunden Körper haſt, um hinaus gehen und alle die Freuden und Won⸗ nen gufſuchen zu können, die nicht zu uns herein kommen. Siehe, Dy haſt kein Vermögen Dein Vater hat von dem Mißgeſchicke, das ihn hienieden traf, vieles ſelbſt verſchuldet, jenſeits wird er wohl die ewige Seligkeit haben; denn er war ein guter Mann und hat immer ein weiches Herz gehabt, wie Du. Als ſie Dich nach der Verordnung des Teſtamentes Deines verſtorbenen Vaters zu mir brachten, damit Du bei mir lebeſt, und auf dem Dorfe für Dich lerneſt, um was ſie Dich dann immer in der Stadt fragen würden, hatteſt Du ſo viel als nichts. Aber Du biſt herangewachſen, und nun haſt Du ſogar das Amt erhalten, um welches ſo viele geworben haben, und um welches ſie Dich beneiden. Daß Du jetzt fort mußt, iſt nichts, und liegt in der Natur begründet; denn alle die Männer müſſen von der Mutter, und müſſen wirken. Du haſt daher lauter Gutes erfahren. Du ſollſt deßhalb zu Gott Dein Ge⸗ bet verrichten, daß er Dir alles gegeben hat, und Du ſollſt demüthig ſein, daß Du die Gaben haſt, es zu verdienen. Siehſt Du, Victor, alles das zuſammengefaßt, würde ich über Deine Rede böſe ſein, wenn ich Deine Mutter wäre, weil Du Gott den Herrn nicht erkennſt: aber weil ich Deine Mutter nicht bin, ſo weiß ich nicht, ob ich Dir ſo viel Liebes und Gutes gethan habe, daß ich mich ſonſt auch erzürnen darf, und zu Dir ſagen: Kind, das iſt nicht recht von Dir, und es iſt ganz und gar nicht gut.

Mutter, ich habe es auch in dem Sinne nicht gemeint, wie Ihr es nehmt, ſagte Victor.

Ich weiß, mein Kind, und betrübe Dich auch nicht zu ſehr über meine Rede, erwiederte die Mutter.Ich muß Dir nun auch ſagen, Victor, daß Du jetzt gar nicht ſo arm biſt, als Du vielleicht denken magſt. Ich habe Dir oft geſagt, wie ich erſchrocken bin das heißt, aus Freude bin ich erſchrocken als ich erfahren habe, Dein Vater hätte in ſein Teſtament geſetzt, daß Du bei mir erzogen werden ſolleſt. Er hat mich ſchon recht gut gekannt und hat das Vertrauen zu mir gehabt. Ich glaube, es wird nicht getäuſcht worden ſein. Victor, mein liebes, mein theures Kind, ich werde Dir jetzt ſagen, was Du haſt. Du haſt an Linnen das iſt der auserleſenſte Theil unſerer Kleider, weil er