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ſchirr wieder in die Küche hinaus, daß es von der Magd gereinigt werde, wenn ſie nach Hauſe komme; denn dieſelbe war auf den Kirchenplatz des Thales hinaus gegangen, um manche Bedünfniſſe für den heutigen Tag einzukaufen.
Als ſie wieder von der Küche herein gekommen war, ſtellte ſich die Frau vor Victor hin, und ſagte:„Jetzt haſt Du Dich erquickt, und nun höre mich an. Wenn ich wirklich Deine Mutter wäre, wie Du mich im⸗ mer nennſt, ſo würde ich recht böſe auf Dich werden, Victor; denn ſiehe ich muß Dir ſagen, daß Dein Wort groß Unrecht iſt, welches Du erſt ſagteſt, daß Dich nichts mehr freue. Du verſtehſt es jetzt nur noch nicht, wie unrecht es iſt. Wenn es ſelbſt etwas Trauriges wäre, das auf Dich harrt, ſo ſollteſt Du ein ſolches Wort nicht ſagen. Siehe mich an, Victor, ich bin jetzt bald ſiebenzig Jahre alt, und ſage noch nicht, daß mich nichts mehr freue, weil einen alles, alles freuen muß, da die Welt ſo ſchön iſt und noch immer ſchöner wird, je länger man lebt. Ich muß Dir nur geſtehen— und Du wirſt ſelber auf meine Erfahrung kommen, wenn Du älter wirſt— als ich achtzehn Jahre alt war, ſagte ich auch alle Au⸗ genblicke, mich freut nichts mehr— ich ſagte es nämlich, wenn mir die⸗ jenige Freude verſagt wurde, die ich mir gerade einbildete. Dann wünſchte ich alle Zeit weg, welche mich noch von einer künftigen Freude trennte, und bedachte nicht, welch ein koſtbares Gut die Zeit iſt. Wenn man älter wird, lernt man die Dinge und Weile, welche auch noch immer kürzer wird, erſt recht ſchätzen. Alles, was Gott ſendet, iſt ſchön, wenn man es auch nicht begreift— und wenn man nur recht nachdenkt, ſo ſieht man, daß es blos lauter Freude iſt, was er gibt; das Leid legen wir nur ſelber dazu. Haſt Du im Hereingehen nicht geſehen, wie der Sallat an der Holzplanke, von dem noch geſtern kaum eine Spur war, heute ſchon aller hervor iſt?“
„Nein, ich habe es nicht geſehen,“ antwortete Victor.
„Ich habe ihn vor Sonnenaufgang angeſchaut, und mich darüber gefreut,“ ſagte die Frau.„Ich werde es mir von nun an ſogar ſo ein⸗ richten, daß kein Menſch von mir mehr ſagen kann, er habe mich eine Thräne aus Schmerz weinen geſehen, wenn auch ein Schmerz käme, der doch wieder nur eine andere Art Freude iſt. In meiner Jugend habe ich große, große, und heiße Schmerzen gehabt; aber ſie ſind alle zu meinem Wohle und zu meiner Beſſerung— oft ſogar zu irdiſchem Glücke aus⸗


