Steppengegenwart.
Wir ritten nach Maroshely. Brigitta iſt wirklich jenes reitende Weib geweſen, das mir die Pferde mitgegeben hatte. Sie erinnerte ſich mit freundlichem Lächeln an unſere alte Bekanntſchaft. Meine Wangen wur⸗ den roth, weil ich auf das Trinkgeld dachte. Es war Niemand anderer zum Beſuche da, als der Major und ich. Er ſtellte mich als einen Reiſe⸗ bekannten vor, mit dem er einmal viel zuſammen geweſen ſei, und von dem er ſich ſchmeichle, daß er nun von einem Bekannten in einen Freund über zu gehen im Begriffe ſei. Ich erlebte die Freude— und es war mir wirklich keine unbedeutende— daß ſie faſt alle Dinge wußte, die ſich auf mein früheres Zuſammenſein mit ihm bezogen, daß er ihr alſo viel von mir erzählt haben mußte, daß er noch mit Vorliebe bei jenen Tagen ver⸗ weile, und daß ſie es der Mühe werth hielt, ſich dieſe Sache zu merken.
Sie ſagte, ſie wolle mich nicht in ihrem Schloſſe und in ihren Fel⸗ dern herum führen, ich werde das gelegentlich ſehen, wenn wir ſpazieren gehen, und wenn ich oft genug von Uwar werde herüber gekommen ſein, wozu ſie mich höflich einlade.
Dem Major machte ſie einen Vorwurf, warum er denn ſo lange nicht herüber gekommen ſei. Er entſchuldigte ſich mit den vielen Geſchäf⸗ ten, und hauptſächlich damit, daß er ohne mich nicht herüber reiten wollte, und daß er doch vorher erſt ſehen wollte, wie ſehr oder wie wenig ich zu ſeiner Freundin paſſe.
Wir gingen in einen großen Saal, in dem wir ein wenig aus⸗ ruhten. Der Major zog eine Schreibtafel hervor und fragte ſie um meh⸗ rere Dinge, die ſie klar und einfach beantwortete, und von denen er ſich manche aufzeichnete. Auch ſie fragte dann um Verſchiedenes, was ſich auf manchen Nachbar, auf die Geſchäfte des Augenblickes, oder auf den künftigen Landtag bezog. Ich ſah bei dieſer Gelegenheit, mit welch tie⸗ fem Ernſte ſie die Dinge behandelten, und welche Aufmerkſamkeit der Major auf ihre Meinungen legte. Wo ſie in etwas unſicher war, ge⸗ ſtand ſie ihre Unwiſſenheit und bat den Major um Berichtigung.
Als wir ausgeruht hatten, und der Major die Schreibtafel einſteckte, ſtanden wir auf, um in den Beſitzungen einen Spaziergang zu machen.


