Teil eines Werkes 
2. Band (1855)
Entstehung
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draußen ausſähe. Es war nicht viel zu ſehen. Das aber erkannte ich im Mondlichte, daß die Landſchaft nicht deutſch ſei. Wie eine andere, nur rieſengroße Bunda lag der dunkle Fleck des Waldes oder Gartens unten auf die Steppe gebreitet— draußen ſchillerte das Grau der Haide— dann waren allerlei Streifen, ich wußte nicht, waren es Gegenſtände dieſer Erde, oder Schichten von Wolken.

Nachdem ich meine Augen eine Weile über dieſe Dinge hatte gehen laſſen, wendete ich mich wieder ab, ſchloß die Fenſter, entkleidete mich, ging zu dem nächſt beſten Bette und legte mich nieder.

Als ich das weiche Pelzwerk der Bunda über meine ermüdeten Glie⸗ der zog, und als ich ſchon faſt die Augen zuthat, dachte ich noch:„So bin ich nun begierig, was ich in dieſer Wohnung Freundliches oder Häß⸗ liches erleben werde.“

Dann entſchlummerte ich, und alles war todt, was ſchon in meinem Leben geweſen iſt, und was ich ſehnlichſt wünſchte, daß noch in dasſelbe eintreten möchte.

2 Steppenhaus.

Wie lange ich geſchlafen habe, weiß ich nicht, aber daß es nicht feſt und gut war, das wußte ich. Es mußte die allzu große Müdigkeit daran Schuld ſein. Die ganze Nacht ging ich auf dem Veſuve herum, und ſah den Major bald in einem Pilgeranzuge in Pompeji ſitzen, bald im Fracke zwiſchen den Schlacken ſtehen und Steine ſuchen. In meinem Morgen⸗ traum tönte Pferdegewieher und Hundegebell, dann ſchlief ich einige Zeit feſt, und als ich erwachte, war heller Tag in dem Zimmer, und ich ſah hinaus in den Saal, in dem die Waffen und Kleider von der Sonne be⸗ ſchienen hingen. Unten erbrauſte der dunkle Park von dem Lärmen der Vögel, und als ich aufgeſtanden und an eines der Fenſter getreten war, funkelte die Haide draußen in einem Retze von Sonnenſtrahlen. Da ich