Teil eines Werkes 
2. Band (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

—

340—

und einen der Thürflügel, die in demſelben waren, öffnend, ſagte mein Begleiter, hier ſeien meine Zimmer. Wir gingen hinein. Nachdem er in jedem mehrere Kerzen angezündet hatte, wünſchte er mir gute Nacht und ging fort. In einer Weile wurde von einem Anderen Wein, Brod und kalter Braten gebracht, worauf mir von ihm, wie von ſeinem Vorgän⸗ ger, gute Nacht geboten wurde. Ich erkannte hieraus und aus der völ⸗ ligen Einrichtung der Zimmer, daß ich nun allein bleiben würde, und ging daher an die Thüren, und ſchloß mich ab.

Hierauf aß ich, und muſterte dabei meine Wohnung. Das erſte Zimmer, in welchem die Speiſen auf einen großen Tiſch geſtellt wurden, war ſehr geräumig. Die Kerzen ſtrahlten hell und beleuchteten alles. Die Geräthe waren anders, als ſie bei uns gebräuchlich ſind. In der Mitte ſtand eine lange Tafel, an deren einem Ende ich aß. Um die Tafel waren Bänke von Eichenholz geſtellt, nicht eigentlich wohnlich ausſehend, ſondern wie zu Sitzungen beſtimmt. Sonſt war nur noch hie und da ein Stuhl zu ſehen. An den Wänden hingen Waffen aus verſchiedenen Zeiten der Geſchichte. Sie mochten einſt der ungariſchen angehören. Es waren noch viele Bogen und Pfeile darunter. Außer den Waffen hingen auch Kleider da, ungariſche, die man aus früheren Zeiten aufgehoben hatte, und dann jene ſchlotternden ſeidenen, die entweder Türken oder gar Tar⸗ taren angehört haben mochten.

Als ich mit meinem Nachtmahle fertig war, ging ich in die zwei Nebenzimmer, die auf dieſen Saal folgten. Sie waren kleiner, und wie ich gleich bei dem erſten Blicke, da ich eingeführt wurde, bemerkt hatte, wohnlicher eingerichtet, als der Saal. Es waren Stühle, Tiſche, Schränke, Waſchgeräthe, Schreibzeug und alles da, was ein einſamer Wanderer in ſeiner Wohnung nur immer wünſchen kann. Selbſt Bücher lagen auf dem Nachttiſche, und ſie waren ſämmtlich in deutſcher Sprache. In jedem der zwei Zimmer ſtand ein Bett, aber ſtatt der Decke war auf ein jedes das weite volksthümliche Kleidungsſtück gebreitet, welches ſie Bunda heißen. Es iſt dies gewöhnlich ein Mantel aus Fellen, wobei die rauhe Seite nach Innen, die glatte weiße nach Außen gekehrt iſt. Letztere hat häufig allerlei farbiges Riemzeug, und iſt mit aufgenähten farbigen Zeichnungen von Leder verziert.

Ehe ich mich ſchlafen legte, ging ich noch, wie es immer an fremden Orten meine Gewohnheit iſt, an das Fenſter um zu ſchauen, wie es