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ganze Tage nichts ſah, als das ferne röthlich blaue Dämmern der Steppe und die tauſend kleinen weißen Punkte darinnen, die Rinder des Landes⸗ wenn zu meinen Füßen die tiefſchwarze Erde war, und ſo viel Wildheit, ſo viel Ueppigkeit, trotz der uralten Geſchichte ſo viel Anfang und Ur⸗ ſprünglichkeit dachte ich, wie wird er ſich denn hier benehmen. Ich ging in dem Lande herum, ich lebte mich immer mehr in ſeine Art und Weiſe und in ſeine Eigenthümlichkeiten hinein, und es war mir, als hörte ich den Hammer ſchallen, womit die Zukunft dieſes Volkes geſchmiedet wird. Jedes in dem Lande zeigt auf kommende Zeiten, alles Vergehende iſt müde, alles Werdende feurig, darum ſah ich recht gerne ſeine endloſen Dörfer, ſah ſeine Weinhügel aufſtreben, ſah ſeine Sümpfe und Röhrichte, und weit draußen ſeine ſanft blauen Berge ziehen.
Nach monatlangem Herumwandern glaubte ich endlich eines Tages, ich müſſe mich nun in ſehr großer Nähe bei dem Gute meines Freundes befinden, und des vielen Schauens doch etwas müde, beſchloß ich dem Pilgern ein Ziel zu ſetzen, und gerade auf die Beſitzung meines künftigen Beherbergers zuzulenken. Ich war den ganzen Nachmittag durch ein heißes Steinfeld gegangen; links ſtiegen fernblaue Berghäupter am Him⸗ mel auf— ich hielt ſie für die Karpathen— rechts ſtand zerriſſenes Land mit jener eigenthümlich röthlichen Färbung, wie ſie ſo oft der Hauch der Steppe gibt: beide aber vereinigten ſich nicht, und zwiſchen beiden ging das endloſe Bild der Ebenen fort. Endlich, wie ich eben aus einer Mulde, in der das Bette eines ausgetrockneten Baches lief, empor ſtieg, ſprang rechts ein Kaſtanienwald und ein weißes Haus herüber— eine Sand⸗ wehe hatte mir beides bisher gedeckt.— Drei Meilen, drei Meilen— ſo hatte ich faſt den ganzen Nachmittag gehört, wenn ich nach Uwar fragte — ſo hieß das Schloß des Majors— drei Meilen: aber da ich die un⸗ gariſchen Meilen aus Erfahrung kannte, ſo war ich gewiß ihrer fünfe ge⸗ gangen, und wünſchte daher ſehnlich, das Haus möchte Uwar heißen. In nicht großer Ferne ſtiegen Felder gegen einen Erddamm empor, auf denen ich Menſchen ſah. Dieſe wollte ich fragen, und durchſchritt zu dem Zwecke einen Flügel des Kaſtanienwaldes. Hier ſah ich nun, was ich, durch die vielen Geſichtstäuſchungen dieſes Landes belehrt, ſogleich geahnet, näm⸗ lich, daß das Haus nicht an dem Walde liege, ſondern erſt hinter einer Ebene, die von den Kaſtanien weg lief, und daß es ein ſehr großes Ge⸗ bäude ſein müſſe. Ueber die Ebene aber ſah ich eine Geſtalt herüber


