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ſprengen, gerade auf jene Felder zu, auf denen die Leute arbeiteten. Auch ſammelten ſich alle Arbeiter um die Geſtalt, da ſie bei ihnen angekommen war, wie um einen Herrn— aber meinem Major ſah das Weſen ganz und gar nicht ähnlich. Ich ging langſam gegen die Erdlehne empor, die auch weiter entfernt war, als ich dachte, und kam eben an, als bereits die ganze Glut der Abendröthe um die dunkeln wogenden Maisfelder und die Gruppen bärtiger Knechte, und um den Reiter loderte. Dieſer aber war nichts anderes, als ein Weib, etwa vierzig Jahre alt, welches ſon⸗ derbar genug die weiten landesmäßigen Beinkleider an hatte, und auch wie ein Mann zu Pferde ſaß. Da die Knechte ſchon auseinander gingen, und ſie faſt allein auf dem Flecke war, richtete ich mein Anliegen an ſie. Meinen Wanderſtab unter das Ränzlein ſtützend, zu ihr empor ſchauend, und mir gleichſam die Strahlen der Abendröthe, die ſchief herein kamen, aus dem Geſichte ſtreichend, ſagte ich deutſch zu ihr:„Guten Abend, Mutter.“
„Guten Abend,“ antwortete ſie in derſelben Sprache.
„Gewährt mir eine Bitte, und ſagt: heißt jenes Gebäude Uwar?“
„Jenes Gebäude heißt nicht Uwar. Seid Ihr nach Uwar beſtellt?“
„Allerdings. Ich habe dort meinen Reiſefreund, den Major, zu be⸗ ſuchen, der mich dahin eingeladen hat.“
„So geht nur ein wenig neben meinem Roſſe her.“
Mit dieſen Worten ſetzte ſie ihr Pferd in Schritt und ritt langſam, damit ich ihr folgen konnte, zwiſchen den hohen grünen Maisbüſcheln den Abhang hinan. Ich ging hinter ihr her und hatte Gelegenheit, meine Blicke auf die Umgebung richten zu können— und in der That, ich be⸗ kam immer mehr Urſache, mich zu verwundern. Wie wir höher kamen, öffnete ſich zuſehends das Thal hinter uns, ein ganzer ungeheurer Garten⸗ wald lief von dem Schloſſe in die Berge hinein, die hinter ihm began⸗ nen, Alleen ſtreckten ſich gegen die Felder, ein Wirthſchaftsſtück nach dem andern legte ſich blos, und ſchien in trefflichem Stande. Ich habe nie dieſes lange, fette, friſche Blatt des Maiſes geſehen, und nicht ein Gräschen war zwiſchen ſeinen Stängeln. Der Weinberg, an deſſen Rande wir eben ankamen, erinnerte mich an die des Rheins, nur habe ich am Rheine nicht dieſes derbe Trotzen und Strotzen von Blatt und Reben geſehen, wie hier. Die Ebene zwiſchen den Kaſtanien und dem Schloſſe war eine Wieſe, ſo rein und ſanft, als wäre Sammet gebreitet,


