Teil eines Werkes 
2. Band (1855)
Entstehung
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unter. In dem nächſten Augenblicke darauf konnte man die hallenden Hufſchläge vernehmen, wie er auf der feſten Straße der Haide davon ritt, und in die ihn umgebende Nacht hinein jagte.

Er kam ſpät zu Hauſe an, legte ſich aber nicht nieder, ſondern ſchrieb bis zu dem Morgen an einem Briefe an Cöleſte. Was er ihr in demſel⸗ ben ſchrieb, wie ſanfte, gute oder ſtarke Worte er in demſelben an ſie richtete, iſt nie bekannt geworden. Als er mit dem Schreiben fertig war, und das Papier gefaltet und geſiegelt hatte, blickte er auf die Buchſtaben des Siegels, die in dem zweifelhaften Scheine des Morgens und ſeiner Kerze düſter da ſtanden, und in dem feinen rothen Wachſe die Worte bil⸗ deten:„Servandus tantummodo honos.“ Dann löſchte er die Kerze aus, da der Tag immer klarer hereinbrach, rief ſeinen Diener, und ſagte ihm, daß er dieſen Brief ſogleich nach Schloß Pre bringen möchte, dann ſoll er ſich im Zurückreiten ſputen, damit er einpacken könne. Denn er ſelber wolle ſich indeſſen bemühen, daß ſie die Erlaubniß bekämen, ihrer Heeresabtheilung vorausreiſen zu dürfen.

Der Diener brachte den Brief nach Schloß Pre, kam zurück, packte ein, da Hugo die angeſuchte Erlaubniß erhalten hatte, und in einer Stunde darauf reiſeten ſie ab.

Zwei Tage nachher folgte ihnen ihre Heeresabtheilung, und da dieſe fort war, wurde es wieder ſo einſam und öde um Schloß Pre, wie es zuvor geweſen war.

Aber auch einſam und öde war es in dem alten Hauſe, das auf der Gebirgshalde ſtand.

Hugo war aus dem Kriegsdienſte getreten, da in der ganzen Welt der erſehnte Friede heran gekommen war, er hatte ſich auf ſein Beſitzthum begeben, und verwaltete es nun. Er blieb, wie ein Jahr nach dem andern verging, auf demſelben allein, und vermählte ſich nicht. Er verſammelte ſeine Knechte und Leute um ſich, gab ihnen Befehle, verbeſſerte ſein An⸗ weſen, und that den Leuten, die in der Gegend wohnten, Gutes.— Später rang er mit Gewiſſensbiſſen, und da er alt geworden, da ſich die Härte des Krieges verloren hatte, und da er weichherzig geworden war, hat er oft bitterlich geweint, und geſagt:„Wie ſie iſt doch keine— wie ſie iſt doch keine.“

Einmal, da ſeine Haare ſchon ſo weiß waren, wie einſtens die ſei⸗ nes Vaters, ging er durch die Gerölle gegen den Morigletſcher hinan, den