Teil eines Werkes 
1. Band (1855)
Entstehung
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ſtand von fremder Hand:(geſtorben) einundzwanzig Tage nach dem Worte: Sohne.

Ach und ſo muß ja jede dieſer Rollen enden, die in den eiſernen Käſten noch liegen mögen. Wenn der Mann dachte:morgen oder über⸗ morgen ſchreibe ich wieder, ſo war er morgen oder übermorgen krank, und die andern Tage darauf todt! ½

Heinrich ſtand auf, und wiſchto ſich mit der Hand über die Stirne. Eine Schrift hat er nun geleſen. Er ſah deutlich nun auch ſchon das Kreuz von fremder Hand auf ſeinem letzten Blatte ſtehen, und dabei: geſtorben nach dem Worte.... welches Wort mag es wohl ſein? etwaGattin? oder ein anderes, oder eins im Wörterbuche, auf das man jetzt gar nicht denkt?! Er legte das Pergamentheft wieder in ſeinen Kaſten, und ſchloß ihn zu. Dann ließ er alle Fenſterlehnen niederfallen, daß wieder nichts, als das geheimnißvolle Spiegellicht auf dem Eſtrich wankte, dann ging er in's Freie, beide Thore hinter ſich auf die Art und Weiſe ſchließend, wie es vorgeſchrieben iſt.

Das iſt keine gute Einrichtung unſerer Vorfahren, dachte er, als er den von ſo vielen Leſern und Schreibern betretenen Pfad durch den alten Garten zurückging, und im Schutte die Fußſtapfen drückte, die ſo viele vor ihm gedrückt. Er konnte dem Rathe des Jodok nicht folgen, und das Geleſene in die Winde ſtreuen, ſondern mit beſchwertem Herzen überall die Geſtalt des Jodokus ſehend, der vor Kurzem hier gewandelt, dachte er:wie viele Geſtalten mögen ſich noch hinzugeſellen, bis der Garten voll Geſpenſter iſt? Und wenn Alle ähnlich dieſem Jodok ſind, wie wenig verdient ihr Haus den Namen, den ihm die Leute draußen geben ihre Narrheit iſt ihr Unglück, und ihr Herz. Wie fürchte ich ſchon die Geſchichte jenes Prokopus mit dem düſteren, funkelnd dür⸗ ſtenden Auge, das vielleicht zuletzt aus Verzweiflung nach den Sternen geſchaut oder was wird in der von Julianus ſtehen oder von

dem erſten Sirtus oder von dem vorwahrloſten Chriſtoph mit Nar⸗

ciſſa und Pia? Was wird von mir ſelber noch ſtehen müſſen? Unter dieſen und ähnlichen Gedanken gelangte er durch den dunklen Eichenhag gegen die freieren Theile des Berges und hier war Alles heite⸗ rer. Der verſtändige Baumeiſter trat ihm mit einer Zeichnung entgegen, und bemerkte, welche Veränderungen er für gut hielte, nachdem er die Plätze noch einmal unterſucht und vermeſſen habe. Die Werkleute blie⸗