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rin meiner Gattin. Sie ſtand unbegreiflicher Weiſe in tiefer Nacht vor dem Thore des Parthenon, und da ſie meiner anſichtig wurde, ſtieß ſie im Todesſchreck heraus, was ſie wahrſcheinlich um den Preis ihres Le⸗ bens gerne verſchwiegen hätte:„Graf Sixtus iſt bei eurem Weibe.“
„Ich ergriff das Geſpenſt bei dem Arme, um zu ſehen, ob es Leben habe.„Es iſt nicht wahr, Satan,“ ſchrie ich, und ſchleuderte das unſe⸗ lige Geſchöpf mit meiner Hand rücklings in das Geſträuch, daß ſie kreiſchte; ich aber ging durch das bloß eingeklinkte Thor hinein, und ſchloß es hinter mir ab. Das Thor aber ſollte nach meinem Befehle je⸗ desmal bei Einbruch der Nacht geſchloſſen ſein— heute war es offen ge⸗ ſtanden. Sachte, daß kein Fußtritt ſchalle, ging ich durch den Gang längs der Gemächer meiner Diener zu dem zweiten Thore des Gebäudes, um mich zu verſichern, ob es geſperrt ſei,— es war zu. Ich zog den innen ſteckenden Schlüſſel ab, und ging dann eben ſo leiſe auf mein Zim⸗ mer. Dort ſtand ich mitten auf der Diele des Bodens— und ſtand eine Weile. Dann that ich leere Gänge im Zimmer, und unnütze Dinge.—— Es lebte ein alter weiſer Mann, bei dem ich einmal gelernt hatte, als ich noch mein Heil im Wiſſen ſuchte; er war in der Scheidekunſt weiter, als alle ſeine Genoſſen.— Möge nie wieder erfunden werden, was er er⸗ fand, und geheim hielt: ein klares, ſchönes, helles Waſſer iſt es. Er er⸗ hielt es aus dem Blute der Thiere— aber nur ein Zehntheil eines Tropfens auf die Zunge eines lebenden Weſens gebracht, ja nur ſanft damit die Lippen befeuchtet, macht, daß augenblicklicher, ſüßer, ſeliger Tod die Sinne umnebelt, und das Weſen rettungslos verloren iſt. Wir hatten es einmal an einem Kaninchen verſucht— ich erinnerte mich, wie es damals, als ſein Zünglein damit befeuchtet ward, das Haupt mit allen Zeichen des Wohlbehagens ſeitwärts lehnte und verſchied. In einem ſil⸗ bernen Schreine hatte ich ein Theil. Ich nahm das Kriſtallfläſchchen her⸗ vor— und hell und klar, wie von einem Bergquelle, und prächtig, wie hundert Diamanten funkelte das Naß im Lichte meiner Lampe.“
„Um den innerlichen Froſt zu vertreiben, ging ich einige Male in der Stube auf und ab.“
„Dann trat ich zu der ſtummen, mit Tuch überzogenen Thür mei⸗ ner Seitenwand, öffnete ſie, und ging in den Gang, der zu Chelion's Zimmern führte. Aus dem letzten Gemache, worin ſie ſchlief, floß mir ein ſanftes Lampenlicht entgegen— alle Thüren ſtanden offen, und durch


