Teil eines Werkes 
1. Band (1855)
Entstehung
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denn ich nahm ihre Hand, um ſie zu tröſten ich redete mit ihr, daß ſie erſchrak und zitterte, und mich anſah, wie ein Reh.

Du mußt dich nun waſchen, ſagte ſie,daß du wieder rein ſeieſt.

Ich werde mich nicht waſchen, ſagte ich;ich will ein Paria ſein wie du. Ich werde zu dir kommen, ich werde dir Früchte und Speiſe bringen, und du reicheſt mir den Krug mit Waſſer.

Und ich kam auch, und kam wieder und oft. Ich redete mit iht, ich erzählte ihr von unſerm Brama, wie er ſanft und gut ſei gegen die Kinder ſeines Volkes, und wie er nicht den Tod des Weibes begehre, wenn der Mann ſtarb, ſondern daß ſie lebe, und ſich des Lichtes wieder freue.

Wenn ſie aber freiwillig geht, ſo nimmt er ſie doch mit Wohlge⸗ fallen auf? fragte ſie und heftete die Augen der Gazelle auf mich.

Er nimmt ſie auf, ſagte ich,weil ſie es gut gemeint hat; aber er bedauert ſie, daß ſie ſich ihr ſchönes Erdenleben geraubt hat, und nicht lieber gewartet, bis der Tod ſelber komme, und ſie zu ihrem Manne führe, der auch ſchon ihrer harrte.

Siehſt du, wie du ſelber ſagſt, daß er ſchon harrte, antwortete ſie raſch.Du biſt alſo im Irrthume, und man muß ja zu ihm kommen.

Wenn du wieder in dein Land gehſt, ſetzte ſie langſamer hinzu, in deine Heimat, die etwa gar jenſeits dieſer hohen weißen Berge iſt, ſo werde ich traurig ſein, und auch meinen, daß ich dir folgen ſolle.

Und willſt du mein Weib werden? ſetzte ich plötzlich hinzu.

Und hier war es, wo ich zum erſten Male gegen ſie ſchlecht war. Ihr hatte mich entzückt, ich beredete ſie, mein zu werden, und mir zu folgen. Sie kannte kein anderes Glück, als im Walde zu leben, Früchte zu genießen, Blumen zu pflücken, und die Pflanzenſpeiſen zu be⸗ reiten, die ihr ſanfter reinlicher Glaube vorſchrieb; ich aber kannte ein anderes Glück, unſer europäiſches, und hielt es damals für eins. Das weiche Blumenblatt nahm ich mit mir fort, unter einen fremden Himmel, unter eine fremde Sonne. Sie folgte mir willig und gerne nur ſehr blaß war ſie, als wir über das breite endloſe Salzwaſſer fuhren, und es machte ihr Kummer, wenn ſie ſich mit dem ſchmutzigen Schiffwaſſer wa⸗ ſchen oder es trinken mußte. Ihre Seele war in mir, und ſie wußte es nicht, darum liebte ich ſie mehr, als eine Zunge ſagen kann. Ich that ihrer Meinung und ihrem Willen nie Gewalt an, ſondern ließ ſie vor