Teil eines Werkes 
1. Band (1855)
Entstehung
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Hauſe trägſt, zu deinen armen Kindern, zu deinem ſchönen unſchuldigen Weibe.

Das Land Indien war es, wo mir der Engel meiner ſchwerſten That erſchien; unter dunklem Schatten fremder Bäume war es, an einem Fluſſe, der ſo klar floß, als walle nur dichtere Luft längs der glän⸗ zenden Kieſel das Schlechteſte und Verachtetſte, was die Menſchheit hat, war dieſer Engel, die Tochter eines Paria; aber ſchön war ſie, ſchön über jeden Ausdruck, den eine Sprache erſinnen mag, und über jedes Bild, das in Jahrtauſenden einmal in eine wallende Fantaſie kommt.

In den Pergamentrollen hatte ich gelernt, wie Alles nichtig und eitel ſei, worauf Menſchen ihr Glück ſetzen; denn es war Thorheit, was alle meine Vorfahren thaten. Ich wollte Neues thun. Den Kriegsruhm hatte ich ſchon genoſſen, dieß ekle, blutige Getränke; die Kunſt hatte ich gefragt, aber ſie ſagt nichts, wenn das Herz nichts ſagt; die Wiſſenſchaf⸗ ten waren Rechenpfennige, und die Liebe Sinnlichkeit, und die Freund⸗ ſchaft Eigennutz. Da fiel mir ein, wie ich oben ſagte, ich wolle nach dem Himalaia gehen. Ich wollte die rieſenhaften und unſchuldigen Pflanzen Gottes ſehen, und eher noch wollte ich das große, einfache Meer verſuchen.

Ich kam nach dem Himalaia. Dort lernte ich die Hinduſprache, dort ſah ich das Bramanenleben, ein anderes, als unſeres, d. h. anders thöricht und dort ging auch die Paria zwiſchen Rieſenpalmen nach dem Fluſſe, um Waſſer für den Vater zu ſchöpfen. Sie hat, ſeit ſie lebte, ſonſt nichts gethan, als daß ſie durch die Palmen ging, um Waſſer zu holen, und für den Vater Datteln zu leſen, und Kräuter zu pflücken.

Rühre mich nicht an, und rede nicht mit mir, hatte ſie zu dem fremden Manne geſagt,daß du nicht unrein werdeſt, und dann ſtellte ſie den Waſſerkrug auf ihre Schulter neben den glänzenden unſäg⸗ lich reinen Nacken, und ging zwiſchen den ſchlanken Stämmen davon.

Und ſo ging ſie Tage und Monden kein Menſch war in dem Walde, als ich; denn ſie würden unheilig durch Rede und Berührung mit ihr geworden ſein. Der Vater ſaß unter Feigenbäumen, und ſah blöde und leer gegen die Welt und als er eines Tages todt war, und ſie nicht zu dem Fluſſe kam, ſo ging ich zu ihr, und berührte ſie doch;