Teil eines Werkes 
1. Band (1855)
Entstehung
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— 320— bens, Thrine und mein Kind ausgenommen, wenn ich Dich hier oben wüßte als Herrn und Beſitzer, ein klares und freundliches Leben führend über den Trümmern dieſer verworrenen, vielleicht ſündhaften Vergangen⸗ heit.— Du würdeſt Alles ordnen daß es heiter würde; Du wäreſt uns ſo nahe, Deine Mutter und Schweſter wären bei Dir—— und viel⸗ leicht ein gar ſo liebes Weibchen auch?—— Hab'ich Dich?“

„Erwähne das nicht,“ ſagte Heinrich erröthend,„erwähne das jetzt nicht.“

„Nun, nun, Du brauchſt Dich nicht zu ſchämen,“ entgegnete Ro⸗ bert;„ſie iſt ſchon recht, ſie iſt herrlich und mehr werth, als alle Für⸗ ſtinnen und Grazien der Welt.“

„Freilich iſt ſie mehr werth, freilich,“— ſagte Heinrich.

„Nun ſo handle raſch zu,“ erwiederte Robert,„und laſſe alles Andre gehen, wie es gehen mag.“

Unter dieſen und ähnlichen Geſprächen waren die Freunde endlich vollends den Berg hinabgelangt, und ſahen unten im dichten Gebüſche das Häuschen des Grafen Jodok ſtehen, und das ſteinerne Bänkchen da⸗ vor, auf dem er in den letzten Tagen ſeines Lebens geſeſſen war. Dann gingen ſie durch heitere Obſtbaumgruppen dem Dorfe zu, wo ſie ein Mahl beſtellt hatten, und wo ihr Wagen wartete. Es iſt begreiflich, daß ſie während des Eſſens und noch nachher über die Dinge redeten, die ſie geſehen, und über die Zukunft, wie ſie einzurichten iſt. Als es ſchon ge⸗ gen die Kühle des Abends ging, ſaßen ſie ein, und fuhren den Rückweg gegen Priglitz zu. Oefter, wenn es die Berge zuließen, ſahen ſie noch auf die alte Burg zurück, und ganz ſpät, als ſchon längſt die Sonne un⸗ tergegangen, und ſie eben um einen Winkel in das Hauptthal der Pemitz einbogen, riſſen noch einmal die grünen Hügel auseinander, und ließen den verlaſſenen Zauberberg durchblicken, wie er fahl, gleich einem Luft⸗ bilde in der Dämmerung draußen hing— ſie dachten ſich noch einmal die Bewohner auf ihm, den blöden Greis, das Kind, das alte Mütter⸗ chen und den Hund; ſie dachten ſich die ragenden Bauwerke desſelben, und die Reihe der ſtarren ſchweigenden Bilder— dann ſchob ſich ein ſchwarzer Wald vor, ſie flogen um die Ecke, und das weitere Pernitzthal nahm ſie auf. Fröhlich rollten ſie nun in der Nacht dem bekannten rau⸗ ſchenden Waſſer entgegen, in die Enge des Thales zurückdringend, um Heinrich an der grünen Fichtau abzuſetzen. Es rückten die alten wohlbe⸗