Teil eines Werkes 
1. Band (1855)
Entstehung
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man gekommen, um ihn mit Gepränge zu begraben, weil er heimlich ein vornehmer Herr und Graf geweſen.

Robert ſtand neben dem Freunde— und ahnte nicht, was in dem⸗ ſelben vorgehen mochte. Auch der Greis Ruprecht ſchaute ſo gleichgültig und blöde auf Alles, als verſtände er nichts.

Indeſſen blickte dasſelbe Schwärmerauge des Prokopus aus dem Bilde, dieſelben guten ſanften Blicke der Jungfrauen, und dieſelben un⸗ gleichen Mienen der feindlichen Brüder.

Man ging endlich weiter.

Julianus war der letzte im Harniſch geweſen, aber auch dieſer, ein leichtes vergoldetes Ding, war mehr Spielzeug, als Waffe. Nach ihm begannen die kleinen Degen und die Bordenkleider und Reifröcke, und— merkwürdig— war es nun Zufall, oder war es Zeichen jener Zeit, die ſittenloſer, als eine, auch ihren fahlen Fittig über dieſen entlegenen Berg geſchattet hatte— die bisherige Reihe bedeutungsvoller Köpfe brach hier ab, und es folgten einige von vollendeter Nichtigkeit ein Gebäude von Borden und Locken und Angeſichter voll Ceremonie und Leerheit. Erſt gegen das Ende, bevor der ganze Bilderreigen überhaupt abbrach, gleich⸗ ſam wie der letzte Glanzblitz einer erlöſchenden Flamme, ſaß noch eine Gruppe, welche Auge und Ahnungsvermögen jedes Beſchauers an ſich riß; für unſere Freunde aber durch die aberwitzige Vermittelung des alten Mannes wahrhaft erſchüttert wurde.

Die Zeit der Borden und Zöpfe nämlich hörte plötzlich bei einem Manne auf, der in ganz fremder Kleidung da ſaß, die gar keinem Jahr⸗ hunderte der Geſchichte angehörte; einer Gattung weitfaltigen, raben⸗ ſchwarzen Mantels mit rother Seide ausgeſchlagen. Ein Kopf voll Schönheit und Bedeutung ſah ernſt, und doch ſanft ſchwärmend daraus nieder:„Jodokus“ ſtand unter dem Bilde. Die Männer ſahen ihn neu⸗ gierig an, den Menſchen, von dem ſo aberſinnige Gerüchte umgingen, und der doch ſo ruhig und gelaſſen-thatfähig aus dem Bilde ſah, wie man es etwa von einem Epaminondas erwartet haben würde.

Auf einmal, da ſie ſo hinſahen, ertönte hinter ihnen ſchüchtern, da er ſeit Langem wieder zum erſten Male das Wort nahm, die Stimme Ruprecht's, welcher ſagte:„Er hat ſelbſt den himmelblauen Vorhang im Teſtamente ſo verordnet, wie er iſt, und daß er nur gehoben werde, wenn dringender Grund iſt, das Bild zu ſehen.“