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würden—— ja damals ſind ſie gewandelt, und haben kunſtreiche Ar⸗ beiten gemacht, die noch alle im rothen Saale aufbewahrt find; aber weil die Zellen nicht von dem heiligen Vater geweiht waren, ſo wurde es nach dem Tode der Frau Gräfin unterſagt, daß ſie weiter beſtehen; und die letzte der Nonnen ſtarb, da mein Urgroßvater ein Kind war. Er iſt auch Caſtellan geweſen.“
Und bei dieſen Worten hatte er ein Thor am Ende des Glasganges geöffnet, und führte ſie nun durch Zellen und Gemächer, durch Refecto⸗ rium und Sprechſaal— und ſie ſahen all das dumpfe beſtaubte Ge⸗ räthe, die ſchwarzen Bilder, die blinden Fenſter, und die zerfetzten Ta⸗ peten der Nonnen.
Gegen Ende dieſer Dinge, wo wieder die andern Gemächer des Hauſes beginnen, war Einiges in Schutt, und allerlei Gänge öffneten ihre Höhlen. Hier ſagte Ruprecht heimlich zu Heinrich, er ſollte mit ihm gehen; denn er müſſe ihm allein etwas zeigen. Heinrich zauderte Anfangs ein wenig, aber durch Robert ermuthigt folgte er dem Alten. Dieſer gab in Miene und Bewegung alle Zeichen der höchſten Freude zu erkennen, führte ihn Trepp' auf Trepp' ab, ſperrte Thüren auf und zu, machte endlich am Ende eines verfallenen Ganges Licht, und ſtieg mit ihm eine Wendelſtiege hinab. Dort öffnete er ein äußerſt kleines Thürlein, und führte Heinrich hinein: und ſiehe, da lag weithin Faß an Faß, der Greis in höchſter Freude und Befriedigung zeigte darauf, und ſagte:„Ich habe das Alles bewahrt; der große Eingang iſt verſchüttet, und dieſe Treppe wußten ſie nicht, da ſie kamen, Alles zu beſchauen.— Ich allein habe den Wein gepflegt, und pflege ihn noch; ich trinke kei⸗ nen Tropfen— gebt mir nur ein wenig, wenn ich alt und krank werde — ich zeige dem Andern, der mit Euch iſt, nichts, denn ſie wollen un⸗ ſer Eigenthum verzetteln, und ich hätte ihn auch gar nicht in das Schloß gelaſſen, wenn nicht Ihr mit ihm geweſen wäret,“ und bei dieſen Wor⸗ ten brach er in ein kindiſches Schluchzen aus, und ehe es Heinrich hin⸗ dern konnte, hatte er ſich niedergebückt und deſſen rechte Hand geküßt, indem er lallend und bittend ſprach:„Seid nur nicht mehr zornig, nun iſt ja Bertha längſt geſtorben— und ſehet, ich habe für Alles und Alles geſorgt und es gehütet, wie mein eigenes Herz. O, ich habe unſäglich viel ausgeſtanden.“
Heinrich konnte ſeine äußerſte Erſchütterung nicht bergen, und der


