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Gruppen umſtanden, wo er bald mit Dieſem bald mit Jenem ein Weni⸗ ges redete.
Das Zimmer des Naturforſchers im oberen Stockwerke erglänzte indeß freundlich von den Strahlen des Morgens, und ſein Schimmer fiel auf die allerlei Stufen und Steine, die umherlagen und traurig funkel⸗ ten, oder auf Kräuterleichen, deren dürre und ſpröde Gerippe die wohl⸗ thuende Helle und Wärme nicht mehr empfanden, die durch die Fenſter herein wallte, und die ihnen einſt auf ihren freien Bergen ſo herrlich war; der Mann aber ging zwiſchen dieſen Sachen auf und nieder, und ſann nach.
Da war er vor wenig Wochen in ein ſchönes Thal voll grüner Pflanzen und freundlichen Geſteins gekommen— auch ein ſchmuckes Mädchen hatte er gefunden—— und wie war denn nun Alles? Die Tage waren ſo linde, ſo ſchmeichleriſch, und ſo unſchuldig über ſeinem Haupte weggegangen. Keiner brachte etwas neues, in keinem iſt etwas geworden— ſie heiſchte nicht, ſie forderte nicht, ſie hoffte nicht—— und wenn er ſie nun ſo ſtille, ſo ſinnend, ſo brütend ſtehen ſah: da war in ihm ein ſolches Uebermaß von Neigung und Erbarmen, daß er ſich nicht zu helfen wußte. Er hätte ſich alle Adern öffnen laſſen, wenn es nur ihr, nur ihr Linderung und Glück zu bringen vermocht hätte. Er wäre gerne an das Fenſter getreten, um hinabzuſehen, aber er getraute ſich nicht; denn er fürchtete ſich, daß ſie noch immer am Flieder ſtehen und ſinnen möchte.
Nachdenklich blieb er vor ſeinen Pflanzen und Steinen ſtille ſtehen, und dachte:„O du ſüßes, unerforſchtes Märchen der Natur, wie habe ich dich immer und ſo lange in Steinen und Blumen geſucht, und zuletzt in einem Menſchenherzen gefunden! O du ſchönes, dunkles, unbewußtes Herz, wie will ich dich lieben! Und ihr Blüthen dieſes Herzens, ihr un⸗ ſchuldigen, beſchämten, hülfloſen Blicke, mit welcher Freude drück' ich euch in meine Seele!“
So dachte er oben; unten aber rief die Stimme des wieder auf die Gaſſe gekommenen Vaters:„Ei, da haſt Du ja einen Pack von Blumen und Kraut aus dem Garten geplündert, und trägſt Dich damit, wie unſer Pflanzenmann, wenn er das Gras von unſern Bergen ſchleppt.“
Der Wanderer trat an's Fenſter.


