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ſtand Einer, und drückte ſich die Hand an ſeine Stirne—— nur die zwei argloſen alten Männer ſtanden auf der Gaſſe, und plauderten fort.
„Ihr habt da eine gottloſe hoffärtige Rede gethan, Erasmus,“ ſagte der Boten⸗Simon;„wenn Ihr Eurer Tochter ein ſo vermeſſenes Glück erzwingen wollet, daß es über alle Menſchlichkeit hinausgeht, ſo ſeht zu, daß Euch Gott nicht mit ihrem Unglücke ſtrafe.“
„Nun es iſt nicht ſo arg gemeint,“ fiel ihm der Fichtauer Wirth in die Rede,„wenn es nur ein tüchtiger Mann iſt, kein ſo Haſelant, wie der Stadtſchreiber, mit dem der Schmied prahlt, ſondern ein franker Biedermann, der ſeine Geſchäfte raſch weg thut, ſchön und jung und freundlich iſt, und die Anna ein wenig hätſchelt, weil ſie's gewohnt iſt. Ein paar Pfennige muß er haben, und dann legt ſie das ihrige dazu; denn mein einziges Kind geht nicht leer aus der grünen Fichtau— und verdient ſie es denn nicht? ſagt, Simon, iſt ſie nicht ein Ding, daß es ordentlich eine Schande iſt, daß ich ihr Vater bin?— Nur meinen Kopf hat ſie nicht; ſie geht zu viel auf Faſelei und Zeugs— das hat ſie von der Mutter.“
„Ja, ja,“ ſagte Simon,„ſie iſt abſonderlich geworden; ich dutze ſie ſchon ſeit einem Jahre nicht mehr, aber ich glaube immer, Ihr habt ſie vermeſſen über ihren Stand erzogen.“
„Das ſoll ſie auch,“ erwiederte der Wirth,„ſie ſoll über ihren Stand, darum that ſie noch keinen Schritt in die Schenkſtube, und darf in der Wirthſchaft nichts anrühren— und damit iſt's gut. Ich muß jetzt zu dem Wagen ſchauen. Lebt wohl.“
„Der iſt nunmehro auch ein Narr,“ ſagte der Boten⸗Simon, indem er dem Abtretenden nachſah, und ſeine Pfeife fortrauchte.
Es hatten ſich mittlerweile mehrere jener Gebirgswagen auf der Gaſſe der grünen Fichtau eingefunden, in denen die wohlhabendere Klaſſe an Sonn⸗ und Feiertagen zur Kirche zu fahren pflegt. Auch von Fuß⸗ gängern hatte ſich Einiges hingeſellt.
Da die Gebirgsbewohner zerſtteut mit ihren Gehöften in den Ber⸗ gen ſitzen, da die Gebirgskirchwege oft meilenlang ſind, ſo hat ſich die Sitte gebildet, ein wenig bei der grünen Fichtau anzuhalten, um ſich zu ſehen, zu beſprechen, und etwa ein kleines zweites Frühſtück zu halten.
So war es auch heute. Sowohl auf der Gaſſe als auch in der Stube waren Geſpräche, und Boten-Simon war bald von mehreren


