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len,“ redete hierauf der Wirth durch die Thüre des Gaſſengärtchens hin⸗ ein;„denn er iſt gelaſſener, als der andere— aber ich ſage Dir, Anna, daß Du Dich nicht etwa verleiten läſſeſt, wenn er Dich einladet, mit ihm zu ſahren; der Fabelhans würfe Dich ſammt ſich in einen Graben. Fahre mit mir, wer weiß, wie bald ohnehin Einer kommt, der Dich auf immer und ewig davonführt.“ 6
Anna, die im Gärtchen Roſen und Anderes zum Sonntagsputze ſchnitt, wurde in dieſem Augenblicke unter der Gartenthür ſichtbar, und, die braunen Augen gegen den Vater hebend, ſagte ſie:„Ei, er wird mich nicht einladen, und der Andere wird auch nicht kommen, lieber Vater.“
Sie war in ihrem Morgenkleide wieder gar ſo ſchön. Wenn ſie auch öffentlich immer im Landesſchnitte ging, ſo trug ſie doch zu Hauſe Klei⸗ der nach eigener fantaſtiſcher Erfindung, und Vater Erasmus, einſt ein Kenner weiblicher Schönheit, und nicht der Letzte, der ſie an ſeiner Toch⸗ ter anerkannte, wurde nun vollends ſchalkhaft, indem er ſagte:„Nun— nun, Du Narre, er wird nicht ausbleiben, aber wenn er kommt— ein ganz auserleſener Bräutigam muß es ſein, ſonſt laſſe ich Dich nicht von hinnen— ein ganz ungeheurer Prinz von einem Bräutigame muß es ſein.“
„Wenn ich aber nicht gerne, nicht recht gerne fortgehe,“ erwiederte ſie treuherzig,—„nicht wahr, Vater, ſo ſoll mich keiner aus der ſchönen Fichtau fortbringen?“
Und wie ſie hiebei ſo die bewußtlos ſchönen Augen gegen den Vater richtete, ſo rieſelte es ihm, der ohnedieß närriſch über ſie war, wie von lächerlichem Stolze und von lächerlicher Freude durch die Glieder und er platzte los:„Das ſoll er auch nicht— ja ich ſage Dir, wenn Du nicht ein Glück machſt, daß Du ordentlich darnach zitterſt, ſo darfſt Du nicht aus dem Hauſe— ein Glück mußt Du machen, daß die ganze Fichtau die Hände zuſammenſchlägt.“
Ueber Anna's Angeſicht floß bei dieſen Worten ein Purpur, ſo tief und ſchön, wie der der Roſen in ihrer Hand; zwei reine zentnerſchwere Augenlider lagen tief herab geſenkt, und ſie ging augenblicklich in den Garten zurück. Dort trat ſie vor einen Fliederſtrauch, ſchnitt aber nichts ab, ſondern ſtand davor, und blickte ihn bloß an— oben im Gemache


