Teil eines Werkes 
1. Band (1855)
Entstehung
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ter, und eine Schweſter, die faſt ſo gut iſt, wie Du ſelber: aber das Alles würde in den Augen Deines Vaters zu geringe ſein— darum, Anna, bat ich Dich, daß Du in den Garten kommeſt, damit ich Dir ſage, daß ich nun fortgehe, aber wieder komme, Dich zu holen,— daß Du an mich glaubeſt und freundlich auf mich warteſt—— und daß ich Dich noch einmal vorher frage, ob Du nich denn auch ſo ſehr, wie ich Dich, liebſt, und in alle Ewigkeit lieben willſt— das Alles wollte ich thun—— aber ſiehe, da geſchah indeſſen etwas—— nein es iſt zu fabelhaft; ich getraue mir es ſelber nicht zu glauben—— erſchrecke nicht, es iſt nichts Böſes— ich kann es keinem Menſchen anvertrauen, doch Dir will ich es ſagen— Du, liebe Unſchuld— aber Du darfſt es nicht verrathen——.“

„Nein, ſagt es lieber nicht, ich verriethe es vielleicht doch, und ich glaube ja ohnedieß an Euch— und ſagt es nur einſt dem Vater, daß es gewiß wird, daß ich Euer Weib werde— es iſt ohnedieß ſchon hart ge⸗ nug, daß ich es verſchweigen muß, daß ich Euch ſo gut bin.—— Denkt nur, neulich hab' ich es ſogar dem Philax in's Ohr geſagt: ich lieb' ihn von Herzen, von Herzen, von Herzen—— aber der Thrine darf ich es doch morgen ſagen?“

„Wann Du mich liebſt....“

„Nein, ich ſage ihr auch nichts.—— Wenn Ihr nur nicht zu lange ausbleibt, werd' ich es ſchon überdauern.“

„O, Du ſchönes, naturgetreues Herz, wie werd' ich Dich verdienen können?“ ſagte er nach einer Weile, in der er ſich geſammelt hatte. Seine Stimme war gerührt, und wenn ſeine Augen nicht im Schatten geweſen wären, ſo hätte ſie ſehen können, wie zwei Thränen in dieſel⸗ ben getreten waren. Sie aber ſah es nicht, und da ſie wegen ſeines Schweigens meinte, es ſei ein Schmerz in ihm, ſo nahm ſie ſeine Hand in ihre beiden, und hielt ſie feſt und herzlich.

Und wie ſie ſo ſaßen und ſchwiegen, und wie um ſie auch die ganze glänzende Nacht ſchwieg— und Minute nach Minute verging, ohne daß das Herz es wußte: da krähte hell und klar der Hahn, die Trompete des Morgens, der Herold, der da ſagt, daß Mitternacht vorüber und ein neuer Tag anbricht.—— Anna ſprang auf:„Um Gotteswillen, ſeht, der Mond ſteht ſo tief, daß er in den Laubeneingang ſcheint, und die