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iſt es nur gegen Wiederfalſches— man verläßt nur den, der uns ver⸗ ließ, noch ehe er uns fand, weil er in uns nur ſeine Freude ſuchte. Du liebſt, wie die Sonne ſcheint; Du ſiehſt mich an, wie ſich das gren⸗ zenloſe Himmelblau der Luft ergießt; Du kommſt, wie der Bach zum Fluſſe hüpft, und wandelſt, wie der Falter flattert: und gegen den ſchönen Falter, gegen den Bach, die Luft, und gegen das goldne Son⸗ nenlicht bin ich nie falſch geweſen, und gegen Dich vermöcht' ich's nicht zu ſein um alle Reiche dieſer Erde— ſiehe, Anna, es iſt ſo:—— aber, Anna, ſage, liebſt Du mich denn auch wirklich ſo, ſo unausſprech⸗ lich, ſo über alles Maß, wie ich Dich liebe?—— ſo ſag' es doch, Anna —— nicht?!“
Aber ſie ſagte nichts, nicht eine Silbe; das naturrohe Herz, das nie gelernt hatte, mit ſeinen Gefühlen zu ſpielen, und ſie zu lenken, war bereits von ihrer Allmacht überwältigt, und ſie konnte nichts thun, als das unſäglich gute Antlitz gegen ihn emporheben, und den Mund em⸗ pfangen, der ſich gegen ihren drückte— und ſo ſüß war dieſer Kuß, daß ſie mit der einen Hand den ſich ungeſtüm empordrängenden Hund weg⸗ ſtemmte, während ſie hinübergebeugt emporgehobenen Hauptes die Se⸗ ligkeit von den Lippen des theuren Mannes ſaugte. Er hielt ſie mit beiden Armen feſt umſchlungen, und fühlte ihren Buſen an ſeinem klo⸗ pfenden Herzen wallen.
„Heinrich,“ flüſterte ſie,„ich möchte Dich doch Du nennen.“
„So nenne, mein Herz, nenne.“
„Und eine Bitte habe ich——.“
„So rede.“
„Die Bitte, daß Du nie, nie mehr auf dieſer Erde ein anderes Mädchen ſo liebſt, wie mich—— und daß ich——..5
„Was, Engel, daß Du....?“
„Richt wahr, Heinrich, Du nimmſt kein anderes Weib, ich müßte mich dann recht ſchämen.“
„Und ich, bei dem lebendigen Gotte, mich noch mehr. Anna, höre mich: jetzt lieben wir uns bloß, daß iſt leicht und ſüß, aber es muß mehr werden. Ich werde Dich von hier fortführen; Du mußt meine Gattin werden, ich Dein Gatte— das iſt ſchwer, aber unendlich ſüßer: immer an demſelben Herzen, losgetrennt von Vater und Mutter und von der ganzen Welt. Du mußt lieben, was ich liebe, Du mußt theilen, was


