Teil eines Werkes 
1. Band (1855)
Entstehung
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ſelber zu glauben anhob, ſo war mir doch dazumal——— aber das iſt zu lächerlich.——“

„Nun, Anna, nun?“

„Es war mir öfters, als ſeid Ihr in einem ſolchen Buche geſtan⸗ den, und daraus in unſern Garten getreten— und wenn Ihr hinten ſaßet, und das Antlitz ſo wie nachdenkend in Eure beiden Hände drücktet, ſo dachte ich, dieß ſei meinetwegen.“

„Es war auch Deinetwegen— es war auch Deinetwegen.“

„Seht Ihr?— und darum war's auch ſo: da ich mir dachte, ich will ihm recht gut werden, war ich es ſchon, mehr war ich es, als es nur ein Menſch ausſprechen kann, und ich dachte, Ihr müßtet mich ja auch unausſprechlich lieben, es könne ja gar nicht anders ſein, es ſei ſo gewiß, als wenn Ihr es ſchon ſelber geſagt hättet.“

„Und wenn es nun nicht geweſen wäre?“

„Es mußte ja, weil ſonſt alles ein Unding geweſen wäre, das nicht ſein kann— ich weiß nicht, warum der Bach in die Pernitz fließen muß, aber ich weiß, daß er es muß.“

„O, Du ahnungsreiches Herz! er muß es, und er iſt ſelig, daß er es muß. Das Ziel und Ende ſeiner Wanderung findet er dort— was weiter ſein wird, iſt ungewiß; nur Eins iſt ſicher, das Beiſam⸗ menſein, und dieſes Eine iſt Alles, ob nun gezählte Jahre fließen, oder die ungezählte Ewigkeit, ob die Körper ſich berühren, ob nicht, es bleibt ſo—— Die Leute nennen's ſonſt auch Treue—— Aber ſiehe, der häßliche Fliederſchatten deckt Dir Deine Stirne, und das ſüße Auge — neige das Haupt— ſo— noch ein wenig, mehr gegen mich— ſo— Ich möchte den Mond dort an jenes blaue Fleckchen feſt bannen, daß er immer herſchiene und immer Deine reine Stirne, und das rührend ſchöne Auge beleuchtete——.“

Und er nahm ihre Hand, drückte ſie gegen ſein pochendes Herz, gegen ſeine Lippen, gegen ſeine Augen— ihren Mund zu küſſen, wagte er nicht.— Ihr Auge aber voll ſcheuer, unbewußter, heißer Zärtlichkeit blickte auf ihn, und ſie ſagte mit vor Rührung zitternder Stimme:„Da ich Euch nun ſo ſchnell, und ſo ſehr liebgewonnen, und es Euch geſagt habe, da ich gar in der Nacht herausgekommen bin, weil Ihr ſo ſehr batet, ſo dürft Ihr nun nicht falſch ſein, Ihr dürft es durchaus nicht.“

„Gegen die Natur, geliebtes Herz, kann man nicht falſch ſein, man 18*