Teil eines Werkes 
1. Band (1855)
Entstehung
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in die Züge dieſes Bildes getragen.— Wenn ſie längſt in ihrem Norden iſt, dann nehme ich erſt das Bild recht her, und dichte ihm Alles an, was mir nur immer beliebt— ich wüßte nicht, wer mir's wehren könnte! Gute Nacht, Titus!

Himmelblauer Enzian.

3. Juni 1834.

Seit dem zwölften Mai gab es gar nichts; aber das Ende dieſes Monats war eigenthümlich genug. Das Wetter hatte ſich lange zuſam⸗ mengezogen, und Anzeichen und Wahrſagungen und Ahnungen und Alles ging vorher; nun iſt es da— ich bin verliebt, und, bei Gott! ich nehme mir vor, es ganz unmäßig zu ſein und den Becher tüchtig raſch hineinzu⸗ trinken, in den ſie uns das himmliſch ſüße Gift thun.

Höre mich— ich will Dir Alles ſchreiben. Am letzten Mai war ich bei Aſton geladen und ging hin. Die Paſtoralſimphonie wurde von lau⸗ ter feurigen Verehrern des todten Meiſters vortrefflich ausgeführt. Ich floh in ſein Schreibſtübchen, in das keine andere Beleuchtung floß, als eine ſanfte Dämmerung aus einem dritten Zimmer, in welchem vier dicht bei einander ſtehende Lampen aus matt geſchliffenem Glaſe die Milch ihres Lichtes ergoſſen. An dieſes ferne Zimmer erſt ſtieß der Saal, wo die Muſik und die Geſellſchaft war; ich war alſo ſo gut wie allein. Auf dem weichen weißen Sammte dieſes Lichtes nun wallte die Simphonie zu mir herein und brachte alle Idyllen und Kindheitsträume mit, und je mehr ſie ſchwoll und rauſchte, um ſo mehr zog ſie gleichſam goldne Fä⸗ den um das Herz. Wie iſt dieſe Muſik rein und ſittlich gegen den leicht⸗ fertigen Jubel unſerer meiſten Opern! Auf unbefleckten weißen Tauben⸗ ſchwingen zieht ſie ſiegreich in die Seele.

Ich wäre ohne weiteres mit ihrem Ende fortgegangen, wenn dieß auf eine andete Weiſe möglich geweſen wäre als mitten durch alle Anwe⸗