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umgeben fühle, deſſen Fäden ich oft ſichtbar vor mir zu haben wähne, und wenn ich darnach greife, ſo iſt nichts da. Geſtalten von Bedeutung ſind zuweilen in meinem Bereiche, wiederholen ſich und verlieren ſich. Wünſche, die ich nie ausgeſprochen habe, finde ich oft in meinem Zim⸗ mer verwirklicht. Nachftagen werden gehalten, Beſtellungen gemacht von denen ich nicht weiß, für wen, und ſo andere Dinge, die ich fühle, aber für den Augenblick nicht darſtellen kann.
Das Allerverkehrteſte iſt aber das, daß meine unbekannte Südlän⸗ derin, die ſtolze Zenobia, nichts weniger als eine Südländerin iſt, ſon⸗ dern die ruſſiſche Fürſtin Fodor. Sie reiſt bloß durch, und zwar aus Frankreich kommend, wo ſie mit ihrem Gemahle das Grab ihrer Eltern beſuchte, die dort vor vielen Jahren auf eine gewaltſame und geheimniß⸗ volle Weiſe umgekommen ſein ſollen. Sie wird in einigen Tagen nach Petersburg abreiſen, um die dortigen Geſellſchaften zu verherrlichen, wo ſie mit ihrem Gemahle das ſchönſte Paar ſein ſoll. Woher ich dieß Alles weiß?—— Ja, noch mehr—— während ich hier ſchreibe, liegt ihr äußerſt gelungenes kleines Abbild neben dem Papiere auf dem Schreib⸗ tiſche. Niemand anders nämlich wurde mit dem Auftrage beglückt, ſie lebensgroß zu malen, als Freund Lothar. Er malte ſie in ihrer Woh⸗ nung und färbte ſich heimlich das kleine Bildchen zuſammen, als einen Schönheits⸗Diebſtahl, und lief ſogleich zu mir, um damit meine Para⸗ diesgartenſchönheit, von der ich ihm erzählte, auszuſtechen.
Wie ſtaunte er, als ich ihm ſagte, die ſei es eben— und Beide wunderten wir uns über den Zufall. Er verſchaffte mir ſpäter ſogar, daß ich das große Bild ſelbſt ſehen konnte, zu welchem Zwecke er ein Mädchen der Fürſtin mit Geld und Liebesworten beſtach. Die Arbeit war ſchön, und obwohl er ſagte, daß ſie nicht von Weitem an das Urbild reiche, ſo wiederholte ſich doch an mir faſt dieſelbe Wirkung, wie damals vor jenem erhabnen Spiegel. Er ergötzte ſich herzlich an meinem elek⸗ triſchen Funkeln, theilte es aber nicht im Mindeſten, obwohl er zugab, daß dieſe Arbeit die ſchönſte Belohnung ſeines Pinſels ſei, die er je zu hoffen habe, und er wolle nun recht geduldig viele der häßlichſten Ge⸗ ſichter nachbilden. Er ſchenkte mir das kleine Gemälde, und ich bewahre es als Denkmal der ſonderbarſten Wirkungen unſerer Fantaſie auf; denn die Fürſtin ſoll hart und kalt ſein, und von dem echteſten Ahnenſtolge beſeſſen;— ich aber hatte alle Weichheit und Güte der ſchönſten Seele


