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Bildes meiner getrennten Zenobia, die ihrerſeits wieder anderswo mit meinem Bilde in geiſtiger Ehe lebt. Du ſiehſt ſchon daraus, Titus, daß ich ſehr bald überſchnappe.
Aber der Gedanke von den Landhäuſern iſt nicht neu— nur die trefflichen Ehepaare habe ich erſt jetzt dorthin verſetzt. Die Landhäuſer ſind ſchon ſeit 1830 fertig, d. h. ich ſuchte den Platz dazu aus, als ich im beſagten Jahre den Juli, Auguſt und September an den Ufern dieſes Sees zubrachte. Ich lebte damals abwechſelnd faſt an allen Punkten ſeiner Ungebung und oft ganze Tage auf ihm ſelber. Ja, ich muß nur meine ganze Schwäche eingeſtehen— ich malte das Traunkirchner Ufer dazumal und die fertigen Häuſer bereits hinein. Sie ſtehen der Land⸗ ſchaft trefflich zu Geſichte. Vom Traunſteiner Ufer geſehen, ſind ſie weiß⸗ glänzende Punkte; aber dem Näherſchiffenden wachſen liebliche Säulen aus dem Waſſer und flattern umgekehrt, wie leichtfertige Bänder, in dem ſchwanken Spiegel. Es ſind ihrer mehrere gezeichnet worden, und ein Billionär, der ſie etwa auf das Großartigſte ausführen wollte, kann täglich bei mir die Plane und Gemälde einſehen; ja ich wäre erbötig, dem Manne noch mehrere, die bis jetzt nur in meinem Kopfe ſind, auf ſchönes Briſtolpapier zu werfen.———
Nun, Freund, da ich ausgeſchwärmt, ſtehe ich Deiner letzten Frage und Klage Rede, daß ich nämlich immer in Fantaſieen und Späßen herumjage und in meinem Tagebuche nichts von meinen perſönlichen Ver⸗ hältniſſen anmerke.— Liebſter, ich habe aber gar keine perſönlichen Ver⸗ hältniſſe. Meine Seele bin ich, d. h. eben jenes ſpaßige, fantaſirende Ding, das nebenher oft wieder gerührter iſt, kluge Leute leiden kön⸗ nen. Willſt Du aber auch von der Faſſung dieſes Dinges etwas wiſſen, ſo horche nur: Vier Treppen hoch liegt eine Sn e— Schreib⸗, Wohn⸗, Schlaf⸗ und Kunſtgemach— lächerlich ſieht es drinnen aus! Dichter, Geſchichtſchreiber, Philoſophen, auch Mathematiker und Natunforſcher liegen broſchirt auf dem ungeheuren Schreibtiſche— dann Rechentafeln
— Griffel, Federn, Meſſer, ein Kinderballen— mein kleiner Hund braucht ihn zum Spielen— ein Fidibusbecher, Handſchriften, Tinten⸗ kleckſe——— daneben zwei bis drei Staffeleien in voller Rüſtung; an
den Wänden Bilder, auf den Fenſtern Blumen, und noch eigens eine Menge derſelben auf einem Geſtelle; dann eine Geige, die ich Abends peinige, und rings Studien, Skizzen, Papiere, Folianten— Fuggers Stifter. 4. Aufl. I. 4


