Teil eines Werkes 
1. Band (1855)
Entstehung
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Ich hätte mich weniger über ihn aufgehalten— aber am erſten Mai, da ich mit Lothar von Dornbach den ſo ſchönen Weg nach Haim⸗ bach machte, und eben dort ankam, war er auch da, jedoch zum Glücke gerade im Begriffe, in den Wagen zu ſteigen zu einer Dame, die ſchon darinnen ſaß und— ſtelle Dir vor— mein Griechenbild aus der St. Annenkirche war. Es ſaß noch die alte, ſchöne Frau bei ihr, ihre ge⸗ wöhnliche Begleiterin, und dann eine junge, ſchlanke Geſtalt, die aber einen ganzen Wolkenbruch von Schleiern über dem Geſichte hatte. Wie kommt er nun zu dieſer?

Daß wir alle Wirthöleute fragten, wer die Abfahrenden wären, war ſehr natürlich; daß es aber Niemand wußte, ärgerlich.

Wir blieben faſt den ganzen Nachmittag in dem lieblichen Thale, und als ich, wie zur Spielerei die Wirthsfrau, ein mittelähriges, gut⸗ müthiges Geſicht, in meine Mappe zeichnete, ſo lächelte ſie unbeholfen verſchämt, und meinte, wenn ich und der andere Herr in unſere Bücher da Geſichter und Leute abmalten, ſo hätten wir um zwei Stunden frü⸗ her kommen ſollen, als noch die zwei jungen Fräulein da waren, die wären der Mühe werth geweſen; denn von allen Stadtjungfern ſei noch keine ſo ſchöne da geweſen, wie Milch und Blut, und ſo freundlich wie zwei Engel— auch der junge Herr ſei ſanft und ſtille, wie die andern alle nicht, die aus der Stadt kommen(außer uns beiden, die wir auch recht gutherzig ausſähen) und die alte Frau habe ſo viele Freude über die jungen Leute, daß ſie immer lächle. Die gute Wirthsftau wurde zutraulich, und freute ſich, daß ſie ihr Geſicht in dem ſchönen großen Buche habe neben den ſchönen Fräulein und vornehmen Herren, die wohl alle noch darin wären— dabei ſah ſie neugierig die Mappen an, daß ich ſie ihr endlich aufſchlug, und Erſtaunen auf das Höchſte trieb, als ſie ihr eigenes Haus fand, und die Bäume um dasſelbe in netten Farben und die Berge und den Himmel mit leibhaftigen Lämmerwolken(wie ſie ſie nannte) und noch dazu Leute, die unter dem Apfelbaume frühſtückten — dann auf andern Blättern ihren Hund, dann den Knecht mit dem Schimmel, den blinden Zitterſpieler, den Bach mit dem Stege u. ſ. w Das hätte ſie nie geglaubt, meinte ſie; denn in dieſe Bücher mit dem ſchneeweißen Papiere paßten eher die prächtigen Stadthäuſer und ſchöne Spaziergänger und Reiter und Wagenzüge. Schade, da wären noch leere Blätter genug, und auf einem würde die Geſellſchaft dieſer ſchönen