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kommt ihm ein Entſchluß, der mich ſelber überraſcht, aber er iſt gut: meine vorgenommene Reiſe trete ich ſogleich, und zwar morgen ſchon an.— Ich kann noch an das neue Glück nicht glauben— iſt es etwa nur ein Moment, ein Blitz, in dem zwei Herzen ſich begegneten, und iſt es dann wieder Nacht? Laß uns nun ſehen, was dieſe Herzen ſind. Ver⸗ loren kann dieſe Minute nie ſein, aber was ſie bringen wird!? Sie bringe, was ſie muß und kann— und ſo gewiß eine Sonne draußen ſteht, ſo gewiß wird ſie eines Tages die Frucht der heutigen Blume be⸗ leuchten, ſie ſei ſo oder ſo——— ich weiß nur eines, daß draußen eine andere Welt iſt, andere Bäume, andere Lüfte— und ich ein anderer Menſch. O Cornelia, hilf mir's ſagen, welch' ein wundervoller Sternen⸗ himmel in meinem Herzen iſt, ſo ſelig, leuchtend, glänzend, als ſollt ich ihn in Schöpfungen ausſtrömen, ſo groß, als das Univerſum ſelbſt,— aber ach, ich kann es nicht, ich kann ja nicht einmal ſagen, wie grenzen⸗ los, wie unausſprechlich, und wie ewig ich Sie liebe, und lieben will, ſo lange nur eine Faſer dieſes Herzens halten mag.“
Cornelia war im höchſten Grade erſtaunt über den Jüngling und ſeine Sprache.— Sie war mit ihm in gleichem Alter, aber ſie war eine aufgeblühte volle Blume, er konnte zu Zeiten faſt noch ein Knabe heißen.— Bewußt oder unbewußt hatte ſie die Liebe vorzeitig aus ihm gelockt— in einer Minute war er ein Mann geworden; er wurde vor ihren Augen immer ſchöner, wie Seele und Liebe in ſein Geſicht trat, und ſie ſah ihn mit Entzücken an, wie er vor ihr ſtand, ſo ſchön, ſo kräf⸗ tig, ſchimmernd ſchon von künſtigem Geiſtesleben und künftiger Geiſtes⸗ größe, und doch unſchuldig, wie ein Knabe, und unbewußt der göttlichen Flamme, Genie, die um ſeine Scheitel ſpielte.
Seele kann nur Seele lieben, und Genie nur Genie entzünden.
Cornelia war nun auch aufgeſtanden, ſie hatte ihre ſchönen Augen zu ihm emporgeſchlagen, und alles, was je gut und edel und ſchön war in ihrem Leben, die unbegrenzte Fülle eines guten Herzens lag in ihrem Lächeln, und ſie wußte es nicht, und meinte zu arm zu ſein, um dieſes Herz lohnen zu können, das ſich da vor ihr entfaltete. Er aber verſprach ſich in dieſem Momente innerlich, daß er ringen wolle, ſo lange ein Hauch des Lebens in ihm ſei, bis er geiſtesgroß und thatengroß vor allen Men⸗ ſchen der Welt daſtehe, um ihr nur vergelten zu können, daß ſie ihr herr⸗ lich Leben an ihn hingebe für kein anderes Pfand, als für ſein Hetz.
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