ſo viel koſtete, iſt nun unvollendet; eine ſo ſchöne Fahrt, die einfachſte und ruhigſte in meinem ganzen Leben, geht umſonſt verloren. Wir müſ⸗ ſen freilich nieder, das Weib ſtirbt ſonſt hier. Lüfte nur die Klappen.“
Nach dieſen Worten ſaß er wieder nieder, klammerte ſich an ein Tau und zog die Falten ſeines Mantels zuſammen; der Jüngling aber that einen jähen Zug an einer grünſeidnen Schnur— und wie ein Rieſen⸗ falke ſtieß der Condor hundert Klafter ſenkrecht nieder in der Luft— und ſank dann langſamer immer mehr und mehr.
Der Lord hielt die ohnmächtige Cornelia in den Armen.
Blumenſtück.
Ich weiß nicht, wie viel Zeit ſeit der Luftfahrt vergangen war,— da war es wieder eines Morgens, ehe kaum der Tag graute, daß der junge Künſtler wieder auf dem altmodiſchen Seſſel mit den gelben Nä⸗ geln ſaß und wieder auf die geſpannte Leinwand ſchaute: aber dießmal war ſie nicht leer, ſondern mit einem großen ſtizzirten Bilde prangend, das bereits ein ſchwerer Goldrahmen umfing. Wie Einer, der heißhung⸗ rig nach Thaten iſt, arbeitete er an dem Bilde, und wer ihn ſo geſehen hätte, wie er in Selbſtvergeſſenheit die Augen über die gemalte Land⸗ ſchaft ſtrömen ließ, der hätte gemeint, aus ihnen müſſe die Wärme und Zärtlichkeit in das Bild gefloſſen ſein, die ſo unverkennbar und reizend aus demſelben traten. Oft ging er einen Schritt zurück, mit klugem Blicke das Ganze prüfend und wägend; dann ward mit leuchtenden Au⸗ gen die Arbeit fortgeſetzt. Es iſt ein ſchöner Anblick, wenn der Engel der Kunſt in ein unbewußtes, reizendes Jünglingsantlitz tritt, dasſelbe verklärt und es ohne Ahnung des Beſitzers ſo ſchön und ſo weit über den Ausdruck des Tages emporhebt. Heller und heller ſchien die Sonne in das Gemach, und in dieſer Stimmung war es, daß ein Diener gegen Mittag ein verſiegeltes Blättchen brachte.
Der Jüngling riß es auf.„Gut, ich werde kommen,“ ſagte er,


