Teil eines Werkes 
1. Band (1855)
Entstehung
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und ein heißes Roth lief auf ſeine Wangen, der Zeuge eines Gefühls, das er in der tiefſten Falte ſeines Herzens verborgen wähnte, und in letzter Zeit gar unmuthig und unwillig niedergekämpft hatte.

Der Diener ging der Jüngling aber malte nun nicht mehr.

Um zehn Uhr des andern Tages, in feines Schwarz gekleidet, den leichten Hut über den blonden vorquellenden Locken, ging er aus der Stadt, die langen, lichten Gaſſen der Vorſtadt entlang, bis er zu dem Eingange eines ſchönen Landhauſes gelangte; dort trat er ein, ſtieg die breite ſommerliche Treppe hinauf und öffnete die Flügelthüren zu einem großen Saale voll Bilder. Hier harrte er und ließ ſich melden. Nach einer Zeit that ſich eine Thür gegenüber dem Eingange auf, und eine ältliche Frau trat heraus, die ihm ſogleich mit mütterlicher Freude die Hand reichte und ſie herzlich drückte.

Gehen Sie nur hinein, ſagte ſie,gehen Sie hinein Sie werden faſt mit Angſt erwartet. Ach, Guſtav, was habe ich gelitten! Sie hat es wirklich ausgeführt; dann war ſie krank ſie muß fürch⸗ terliche Dinge geſehen haben, ſie muß ſehr weit, ſehr weit geweſen ſein; denn drei Tage und Nächte dauerte die Rückreiſe. Seit ſie geneſen, iſt ſie gut und ſanft, daß es mir oft wunderbar in's Herz geht; aber ſie ſagt von jener Sache auch nicht ein leiſes, leiſes Wörtchen. Gehen Sie nur hinein.

Der Jüngling hatte mit düſterer Miene zugehört; er ſchwieg und die Miene wurde nur noch düſterer.

Er ſchritt der Thüre zu, öffnete ſie und verſchwand hinter derſelben. Das Zimmer, in dem er ſich nun befand, war groß und mit dem feinſten Sinne eingerichtet. An einem Fenſter desſelben, mitten in einem Walde fremder Blumen, ſaß eine junge Dame. Sie war in einem weißen At⸗ laskleide, deſſen ſanfter Glanz ſich edel abhob von den dunkelgrünen Blättern der Camellien.

Sie war aufgeſtanden, als der junge Mann eintrat, und ging ihm freundlich entgegen. Eine Geſtalt über mittlerer Größe, voll jener ho⸗ hen Grazie der Vornehmen, aber auch voll jener höheren der Sitte, die den Menſchen ſo ſchön macht. Ihr Angeſicht war geiſtvoll, blühend, aber heute blaß. Zwei große ſchwarze Augen ſchauten dem Künſtler aus der Bläſſe entgegen und grüßten ihn freundlich.

Er aber ſah es nicht, daß ein leiſes Ding von Demüthigung oder