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Novellen und Schilderungen / von Ludwig Steub
Entstehung
[Giessen] [2026]
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bis ſie wieder heraus iſt. Und weiß Gott, was da noch für

Patſchereien dazwiſchen kommen können. Vor vierzehn Tagen kann man freilich nichts ſagen, aber ſo wie es iſt, darf es nicht bleiben; das wär zum Lachen. Das Landgericht wird es Euch aber ſchon zu wiſſen thun.

Jetzt habe ich mich herzlich bedankt für den gnädigen Beſcheid, und voller Freuden habe ich mir denkt, wenn es nur die Burgel auch gleich wüßte und muß der arme Narr jetzt noch einen ganzen Tag lang warten.

O du grundgütige Regierung! wenn du nicht geholfen hätteſt, wär das Unglück ohne Ende geweſen, und meine Kinder hätten ſich noch nachſagen laſſen müſſen, daß ihr Vater einmal iſt eingeſperrt geweſen, wie ein Dieb oder Räuber. Wie nützlich iſt es doch, lieber Lenzel, daß es mehrere Obrigkeiten über einander gibt und daß die obern wie⸗ der umwerfen, was die untern aufſtellen, wenn wir's nur nicht ſelber zahlen müßten!

Item ich trinke ſchnell am Fiſchbrunnen und dann wieder fort und hinaus und in einem Zuge bis Feldwies zum Schlicker⸗ toni, der ſich rechtſchaffen gefreut hat, daß Alles ſo gut ge⸗ gangen iſt. Und am andern Tag, das war ein Sonntag, da bin ich freilich übermäßig müd geweſen von dem weiten Weg und am Mittag im Brennberger Wald, da ſink ich hin in der Hitze und will etwas ausraſten derweilen aber ſchlaf' ich ein und muß etliche Stunden verſchlafen haben. Mir ſind ſie freilich nicht lang vorgekommen, hat mir aber auch von nichts geträumt als von daheim.